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Richtig saunieren    
     

Saunabaden ist Genuss - aber richtig geniessen, kann am besten, wer´s richtig macht. Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig, damit alle geniessen können.

Wir wünschen viel Spass dabei!

Vorher duschen
Richtig schwitzen
Cool Down
Nachruhen
Getränke
Zahl der Saunagänge
Der Aufguß
Die sieben Todsünden
Vorher duschen
Duschen Sie unbedingt vor dem ersten Saunagang – aus hygienischen Gründen und zum Entfernen des Fettfilms auf der Haut, der die Schweißabgabe verzögert. Trocknen Sie sich gut ab, denn eine trockene Haut schwitzt leichter.


Richtig schwitzen
Die hohen Lufttemperaturen in der Sauna von 70-100 Grad Celsius sind deshalb erträglich, weil die Luft trocken ist. Wissenswert: Wärme steigt nach oben, deshalb ist es auf den oberen Bänken heißer.

• Gehen Sie vor dem Saunagang auf die Toilette,
  denn das Saunieren regt die Nierentätigkeit an.
• Sauna-Unerfahrene suchen sich beim ersten
  Saunabesuch idealerweise einen Platz auf einer
  mittleren Bank.
• Breiten Sie Ihr Saunatuch weit aus, damit der
  schwitzende Körper nirgends das Holz berührt.
• Legen Sie sich auf den Rücken, wenn der Platz es
  erlaubt (ein Keil unter dem Kopf entspannt).
• Ziehen Sie die Beine auf die Sitzbank hoch, wenn Sie
  lieber im Sitzen saunieren: Der Körper befindet sich dann im gleichen Temperaturbereich.
• Erst wenn Sie die Sauna verlassen, stellen Sie die Füße wieder auf die untere Bank und sitzen so wie
  auf einem Stuhl.
• Wechseln Sie auf eine tiefer liegende Bank, wenn Ihnen zu heiß wird (insbesondere während eines
  Aufgusses).
• Bleiben Sie 8-15 Minuten.
• Zwingen Sie sich nicht zum Bleiben, wenn Sie sich nicht mehr wohl fühlen

(Foto: Felsland Badeparadies, Dahn)

 
 
 
 
 
 
Cool Down
 
 

Das besondere "Gefühl danach", entspannt, vital und wie neugeboren, wird erst durch die richtige Kalt-Anwendung nach dem Saunagang erreicht. Wer sich davor drückt oder nur lauwarm duscht, bringt sich um den eigentlichen Sauna-Effekt.

Hier unsere Cool-Down-Tipps:

  • Gönnen Sie Ihrem Körper frische Luft und suchen Sie den Freibereich der Sauna auf.
  • Halten Sie Ihre Muskeln in Bewegung und gehen Sie auf und ab.
  • Kühlen Sie Ihren Körper mit kaltem Wasser aus dem Wasserschlauch. Wichtig ist die Richtung des kühlenden Wasserstrahls immer zum Herzen hin. Beginnen Sie deshalb bei den Füßen und führen Sie den Wasserstrahl langsam aufwärts zur Leiste. Dann kühlen Sie die Arme von den Händen bis zur Schulter. Beginnen Sie mit dem rechten Bein/Arm außen, dann innen.
  • Kalte Dusche oder Wasserstrahl aus der Schwallbrause (Ganzkörperguss).
  • Für Geübte (ohne Bluthochdruck): Einsteigen ins Tauchbecken, dabei ruhig durchatmen (10 Sekunden reichen). Duschen Sie vorher aus hygienischen Gründen!
  • Im Anschluss an die Abkühlung entspannt ein warmes, knöchelhohes Fußbad bei ungefähr 40 Grad Celsius die Gefäße.


Achtung: Kühlen Sie genügend ab. Zu starkes Nachschwitzen birgt Erkältungsgefahren!
Das lauwarme Schwimmbecken ist keine Alternative zum kalten Tauchbecken: Die Atemwege kühlen so nicht genug ab, die positive Wirkung stellt sich nicht ein.
Nach dem Saunagang sollten Raucher rund 20 Minuten lang auf Zigaretten verzichten. Durch die erweiterten Gefäße werden Schadstoffe stärker aufgenommen.

Nachruhen
  • Ruhen in nicht zu warmer Luft erhöht die Entspannung.
  • Legen Sie die Beine hoch und halten Sie sie warm.
Getränke
  • Trinken Sie vor dem Saunabesuch reichlich.
  • Alkohol und Kaffee vermeiden Sie am besten ganz - oder genießen Sie ihn nur in Maßen.
  • Trinken Sie nach dem Saunabaden reichlich Wasser oder Kräutertee (mind. 1, bei drei Saunagängen 2 Liter).
Zahl der Saunagänge
Wer einmal pro Woche in die Sauna geht, sollte zwei-drei Saunagänge absolvieren. Bei zwei Besuchen pro Woche sind zwei Saunagänge auch ausreichend. Gehen Sie täglich in die Sauna, genügt ein Saunagang. Das sind nur grobe Richtlinien - entscheidend ist, dass man sich wohlfühlt.
Der Aufguß

Der Aufguss ist für viele der Höhepunkt des Schwitzens. Schon in den urzeitlichen Steinschwitzbädern Finnlands wurde Wasser auf die heißen Steine geschüttet, sobald sich der Raum abkühlte. Denn beim Aufguss steigt die relative Luftfeuchtigkeit von etwa zehn auf dreißig Prozent an und bewirkt einen stark empfundenen Hitzereiz, der jedoch nur ein paar Minuten anhält.

Ätherische Öle unterstützen die Wirkung auf das Nervensystem, der Saunaeffekt ist noch intensiver. Aber auch ohne Aufguss kann die volle Wirkung der Sauna erzielt werden.

Die Aufguss-Zeremonie macht das Schwitzen zu einem Gemeinschafts-Erlebnis. Hierzu gehört der Saunawitz ebenso wie der Beifall für den Saunameister, der den Aufguss durchführt - oder auch das gemeinsame stille Leiden

Die sieben Todsünden
  • Betreten der Sauna mit Badesandalen und -bekleidung! TIPP: Sandalen vor der Türe ausziehen, statt Badehose oder Badeanzug/Bikini schlingen Sie sich ein Handtuch um Hüfte und Brust.
  • Kaltanwendungen werden vermieden! TIPP: Um einen gesundheitlichen Effekt zu erzielen, muss die Abkühlung durch Frischluft und Kaltwasser stark genug sein.
  • Das Saunatuch ist zu klein und der Schweiß tropft auf das Holz! TIPP: Gegen einen geringen Aufpreis verleihen Saunabetreiber große Handtücher.
  • Hektik! TIPP: Planen Sie Ihren Saunagang mit genügend Zeitreserven. Machen Sie Ruhepausen zwischen den Saunagängen und vor dem Heimweg, um den Körper abzukühlen ( Das "Nachschwitzen" erhöht die Erkältungsgefahr).
  • Starke Bewegung zwischen den Saunagängen! TIPP: Überfordern Sie Ihren Kreislauf nicht und machen Sie VORHER Sport. Ruhen Sie sich etwas aus, bevor Sie in die Sauna gehen.
  • Zu lautes Sprechen in der Sauna! TIPP: Ruhe erhöht den Entspannungseffekt - für sich selbst und die anderen Saunagäste.
  • Verlassen der Sauna während des Aufgusses! TIPP: Ungeübte sollten die Sauna erst kurz vor dem Aufguss betreten und sich auf eine der unteren Bänke setzen - dort wird die Hitze weniger groß. Selbstverständlich geht Ihr Wohlbefinden vor: Verlassen Sie die Sauna, wenn Ihnen nicht wohl ist - auch während des Aufgusses.
 
Richtig Saunieren

Wer schon häufig in der Sauna war,

..... kann dieses Kapitel getrost überspringen, für den Sauna-Neuling enthält es aber sicher einige wichtige und grundsätzliche Informationen, und: Nehmen Sie sich für Ihren ersten Saunabesuch mindestens drei Stunden Zeit! Als Saunatasche eignet sich am besten eine Sporttasche. In die Saunatasche gehören:

Das Sauna-Handtuch (es sollte gut Schweiß aufnehmen können und eine Länge von etwa zwei Metern haben). Ein bis zwei Handtücher zum Abtrocknen nach den Duschgängen. Ein Bademantel. Badesandalen.

Reinigungsmittel wie Shampoo, Duschgel und gegebenenfalls Körperpflegemittel zur Anwendung nach dem Saunen. Packen Sie am besten auch Badekleidung ein, eventuell gibt es ein Schwimmbad, das nur mit Badekleidung benutzt werden darf; oder Sie fühlen sich in den Zeiten zwischen den Saunagängen mit Badekleidung einfach wohler. Vergessen Sie nicht Kamm, Bürste und, wenn nötig, Ihren Föhn, obwohl in den Saunen in der Regel Föhne vorhanden sind. Empfehlenswert sind ein paar dicke Socken (vor allem im Winter), diese sind für die Ruhephase sehr angenehm. Wenn Sie genügend Zeit und Muße haben, können Sie natürlich auch etwas zum Lesen einpacken.

Vor dem Saunieren sollten Sie auf ein opulentes Mahl verzichten und nur leichte Kost zu sich nehmen. Ihr Körper leistet in der Sauna genug und sollte sich nicht zusätzlich mit Verdauungsarbeit beschäftigen. Wenn Sie in der Schwitzkabine nicht ganz allein sitzen möchten oder die erzürnten Blicke der anderen Gäste auf sich ziehen wollen, verzichten Sie vor Ihrem Saunabesuch auf intensiven Knoblauchgenuss, denn dieser Duft breitet sich mit dem austretenden Schweiß sehr intensiv aus.

In den Umkleideschränken lassen Sie die Dinge zurück, die Sie beim Saunen nicht brauchen; Ihre Saunatasche nehmen Sie mit in die Anlage. Zuerst steht die Reinigungsdusche auf dem Programm: Eine gründliche Reinigung ist wichtig für das Schwitzen, denn sie beseitigt einen eventuell vorhandenen Fettfilm auf der Haut, vor allem auch Kosmetikrückstände und Körpergerüche. Saubere Haut schwitzt besser. Trocknen Sie sich bitte nach der Reinigungsdusche gut ab, denn die Wassertropfen auf der Haut zögern den Schwitzprozess hinaus. Bitte verzichten Sie darauf, den anderen Gästen in der Sauna Ihr neues Parfum vorstellen zu wollen, denn durch die Saunahitze verflüchtigt es sich schnell und führt im relativ engen Saunaraum zu einer eher unangenehmen Duftwolke.

Nehmen Sie sich nach der Reinigung Zeit dafür, die Sauna-Anlage anzusehen, sowohl den Innen- als auch den Außenbereich. In einigen Anlagen werden Sie auch vom Personal herumgeführt, und man erklärt Ihnen die einzelnen Bereiche. Wenn das nicht der Fall ist und Sie Fragen haben, sprechen Sie ruhig einen alten Sauna-Hasen an. In der Regel sind die Gäste sehr freundlich und erklären gerne ihre Sauna.

Worauf Sie vor dem ersten Saunagang noch achten sollten: Legen Sie Schmuck, Uhr etc. möglichst ab; denn das Metall wird in der Sauna auf der Haut sehr heiß. Wenn Sie es unbedingt tragen wollen, achten Sie darauf, dass es von Beginn an auf der Haut anliegt, dann spüren Sie die Hitze nicht so stark. Für Brillen gibt es in der Regel vor jeder Saunakabine geeignete Ablagen. Wenn Sie die Brille innerhalb des Schwitzraumes benötigen, denken Sie daran, dass sie unmittelbar nach Eintritt in die Kabine beschlägt. Kontaktlinsen schaden nicht, können jedoch stören, wenn sie scheuern oder zu brennen beginnen. Befeuchten Sie hin und wieder die Linsen durch Augenzwinkern, oder schließen Sie die Augen. Das Handy gehört nicht mit in die Sauna. Nun geht es in die Saunakabine: Gesaunt wird grundsätzlich nackt. Mit Ihrem Sauna- Handtuch betreten Sie die Sauna-Kabine. Sie finden Bänke in unterschiedlicher Höhe wobei gilt: je höher, desto wärmer. Testen Sie, welche Höhe Ihnen entspricht. Setzen oder legen Sie sich immer auf Ihr Sauna-Handtuch als Unterlage. Schauen Sie im Zweifel einfach zu ihrem Nachbarn, wie er das Handtuch untergelegt hat. Haben Sie nicht den Anspruch, die Dauer des Ablaufes einer Sanduhr (meistens läuft die Sanduhr 15 Minuten) innerhalb der Kabine zu verbleiben. Die Sanduhr kann der Orientierung dienen, aber wenn es Ihnen nach fünf oder sieben Minuten reicht, verlassen Sie die Sauna. Sollten Sie ihren ersten Aufguss genießen, fragen Sie den »Aufgießer« vorher, wie lange der Aufguss in etwa dauert. Falls Sie bei Ihrem ersten Besuch einen Spezialaufguss von 12 oder 15 Minuten Dauer miterleben, ist das vielleicht zu anstrengend. Wenn Sie den Aufguss nicht mehr aushalten, verlassen Sie die Saunakabine bitte sofort. Es mag Gäste geben, die murren, denn, wenn möglich, sollte während des Aufgusses die Tür geschlossen bleiben, aber die Gesundheit sollte Ihnen wichtiger sein. Überschätzen Sie sich zu Beginn nicht, sondern lernen Sie das Saunen langsam und mit Bedacht, dann haben Sie nachhaltig Freude an diesem Erlebnis.

Nach dem Saunen beginnen Sie die Abkühlphase an der frischen Luft. Ihre Lungen brauchen Sauerstoff. (Der Sauerstoffgehalt in einer Sauna ist in etwa so hoch wie auf einem Berg in 2000 Meter Höhe). Aber bleiben Sie nicht zu lange im Außenbereich, denn umso größer ist die Überwindung, die Kaltduschen zu benutzen. Lesen Sie jetzt das Kapitel »Das Abkühlen nach dem Saunen« ab Seite 26 und finden Sie Ihre individuelle Abkühlform heraus. Die Ruhephase nach den einzelnen Gängen ist wichtig: Schauen Sie sich die gebotenen Möglichkeiten an, und entspannen Sie. Zwischen den einzelnen Saunagängen lassen Sie sich zu Beginn ruhig eine halbe Stunde Zeit, bis Sie Ihren eigenen Rhythmus gefunden haben. Nutzen Sie die Angebote innerhalb der Anlagen, die Tauchbecken, die Wechselfußbäder, die Dampfbäder und alles, was es sonst noch gibt. Auch die Anzahl der Durchgänge müssen Sie für sich entscheiden. Ob es beim ersten Mal zwei, drei oder mehr Gänge sind, sollten Sie von Ihrer körperlichen Verfassung abhängig machen. Saunen bedeutet einen hohen Flüssigkeitsverlust. Es gibt verschiedene Theorien, wovon eine sagt, man solle während des Saunabesuches nichts trinken, da ansonsten nur das Mineralwasser ausgeschwitzt wird. Eine andere These sagt: Viel trinken, damit der Körper optimal entschlackt wird. Wie bei vielen Dingen liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Wenn Sie das Bedürfnis haben, trinken Sie – am besten Mineralwasser – so viel, wie Ihnen gut tut. Nach dem Saunabesuch sollten Sie in jedem Fall Ihrem Körper genügend Flüssigkeit zur Verfügung stellen. Die Vorlieben sind sicher unterschiedlich, am sinnvollsten ist auch hier Mineralwasser, aber jeder sucht sich das aus, was ihm am ehesten entspricht. Ein bis zwei Liter Flüssigkeit nach dem Saunen sollten Sie Ihrem Körper jedoch zuführen. Wenn Sie durch häufige Besuche selbst zum Sauna-Profi werden, ergeben sich für Sie völlig individuelle Abläufe, die Ihnen Freude bereiten.

Häufig hat der Saunagänger »seine« Sauna. Beim Saunabesuch geht es um mehr als um Schwitzen und Kneippgüsse. Für viele ist das Saunen ein Gemeinschaftserlebnis, man trifft sich immer an dem gleichen Wochentag mit seinen Saunafreunden. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Stammsauna ist oft die Vertrautheit, der individuelle Wohlfühlfaktor. Und das ist natürlich auch gut so, und deshalb möchten
wir das mit dem Saunaführer auch gar nicht verändern.

Aber: 25 bis 35 % der Saunagänger wechseln regelmäßig die Sauna. Saunen ist sehr individuell, in welcher Form der Saunabesuch gestaltet wird, hängt daher oft von
äußeren Umständen ab:
Ist es der kurze Entspannungsbesuch nach der Arbeit? Gehen die Kinder mit? (Dann wäre die Verbindung mit einem Schwimmbad sicher hilfreich.) Gehe ich in Gesellschaft, mit Freunden?
Suche ich ganz alleine Ruhe und Entspannung?Ist es im Sommer nicht schön, eine große Außenanlage zu haben, um sich ausgiebig sonnen zu können?

Wer aber in den letzten zehn Jahren die Sauna nicht gewechselt hat, der wird sich ganz schön wundern, was sich in diesem Bereich so alles getan hat. Genauso individuell wie der Saunagänger sind nämlich die Saunen selbst. Wir haben einige hundert von
ihnen besucht – und jede ist anders, jede besitzt ihre Berechtigung, und jede hat ihre Kundschaft.
Sogar im technischen Bereich ist alles ausgesprochen individuell: die Saunen selbst, ob Erdsaunen, Infrarotsaunen, massive Blockbohlensaunen, Saunen im See und vieles mehr, oder die Saunaöfen, einmal reichlich verziert, ein anderes Mal mit wärmespeichernden Steinen umbaut. Wie sind die Aufgüsse? Wird Eis oder Wasser benutzt? Sie werden sich wundern, aber der Unterschied ist spürbar. Nehmen die Gäste die Aufgüsse selbst vor, wird vom Personal ein bisschen Wasser draufgekippt, etwas gewedelt,
und das war es – oder wird der Aufguss zelebriert, mit Salzpeeling, unterschiedlichen Aromen und vielem mehr. Wie steht es mit den Ruheräumen? Gibt es wirkliche Ruheräume, wo der Gast ruhen und schlafen kann, eventuell sogar mit Auflagen auf den Liegen und Decken zum Zudecken? Und nicht zuletzt sind natürlich auch die zugehörigen Gastronomiebetriebe ebenso unterschiedlich wie die Saunen.

Die regionalen Saunaführer mit Gutschein wollen einen Anreiz geben, auch einmal eine andere Sauna auszuprobieren. Die Gebiete sind dabei so gewählt, dass der Saunagänger in der Regel keine längere Anreise auf sich zu nehmen hat. Sicher, für einen zweistündigen Besuch ist in den meisten Fällen auch eine Stunde Anreise zu lang, aber für einen Tagesausflug ist das bestimmt eine interessante Perspektive.

Wir haben für die Sauna-Beschreibungen Standards entwickelt, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen. Nach diesen Punkten sind die Beschreibungen der einzelnen Saunen durchgeführt worden. Noch einmal, weil es uns wichtig ist: Es geht nicht um Bewertungen der Saunen durch uns – die können Sie für sich persönlich nach dem Besuch einer Sauna selbst vornehmen –, es geht uns ausschließlich darum, Ihnen
detaillierte Beschreibungen der Saunen und des Umfeldes zu vermitteln.

Das nach unserem Besuch der Sauna gezogene Resümee fasst die Angebote und Möglichkeiten in der jeweiligen Saunaanlage zusammen. Hier wird auch beschrieben, in was für ein Umfeld die Sauna eingebettet ist, z. B. inein Freizeitbad, ein Fitnesscenter, ein Hotel, eine Multi-Sportanlage, oder ob es sich um eine reine Sauna-Anlage handelt. Das Resümee beschreibt zudem auch, wo die Anlage ist, etwa im Innenstadtbereich, einem Gewerbegebiet oder am Waldrand. Das Resümee gibt Ihnen als Besucher somit eine erste Orientierung, welche Anlage am besten Ihrem aktuellen Wunsch entspricht.

Zunächst ist festzuhalten: Es handelt sich um ungefähre, keine exakten Angaben, die Saunaanlagen werden von uns nicht vermessen. Die Größenangabe soll dem Leser und Saunabesucher einen Eindruck vermitteln, »was auf ihn zukommt«. Wir unterscheiden dabei auch zwischen Innen- und Außenbereich, denn mitunter wünscht sich der Besucher etwa an einem heißen Sommertag einen großen Park mit Schwimmbad, oder er hat grundsätzlich eine Vorliebe für kleinere, familiäre Anlagen. Die Größe einer Anlage steht in keinem Zusammenhang zu ihrer Qualität.

Dieser Beschreibungspunkt ist für den Fall vorgesehen, dass es bei der besprochenen
Sauna eine Besonderheit gibt, etwa Einkaufsmöglichkeiten, bei Hallenbädern möglicherweise getrennte Eingangsbereiche und Ähnliches. In einigen, vor allem den größeren Anlagen besteht z. B. die Möglichkeit,
über einen Klingelknopf bei Fragen während des Erstbesuches Service-Personal
zu rufen.

In der Regel hat der Saunagast die notwendigen Dinge wie Handtücher, Bademantel, Sauna-Schuhe, Reinigungsmittel usw. bei sich. Aber es kommt mitunter, etwa auf Reisen, vor, dass Sie kurz entschlossen saunieren möchten, jedoch keine Sauna-Sachen dabei haben. Dann ist es sicher ein wichtiges Auswahlkriterium, von einer Sauna zu wissen, ob man dort diese Utensilien ausleihen kann.

Haben Sie das Shampoo zu Hause vergessen? Dann ist es ein schöner Service, wenn
Sie in der Sauna eines kaufen können. Einige Saunen bieten ein umfangreiches Sortiment von Kosmetikartikeln an – oft mit der entsprechenden Beratung. Die angebotenen Kosmetika sind in der Regel von hoher Qualität. Vielleicht ist die entspannte Sauna-Atmosphäre die richtige Umgebung für Sie, sich beraten zu lassen.

Es ist einfach ärgerlich, wenn man sich auf den Weg zu einer Sauna macht und
feststellt, dass man außerhalb der Öffnungszeiten angekommen ist. Die im Buch genannten
Öffnungszeiten haben Gültigkeit zum Erscheinungstermin des Buches. Sicherer ist es, wenn Sie vor einem Besuch im Internet auf der Homepage der Sauna nachschauen oder kurz dort anrufen und sich vergewissern. Von großer Bedeutung und meist auch gut besucht sind die Damenund
Herrentage, die in den Beschreibungen besonders erwähnt werden. Auch hier ist es natürlich besser, sich wegen des Termins vorher abzusichern.

Auch hier gilt:

Es gibt häufig Sonderpreise, etwa in den Sommermonaten, Familienpreise, Mehrfachkarten, Angebote für eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsdauer und vieles mehr. Erkundigen Sie sich im Einzelfall bei den
Betreibern, wenn Sie es ganz genau wissen wollen. Die wesentliche Frage in diesem Zusammenhang erscheint auf den ersten Blick banal: Sind Damen- und Herren-Umkleiden zusammen oder getrennt. Spätestens, wenn Sie
mit Ihrer Partnerin / Ihrem Partner gemeinsam die Sauna besuchen und nur eine
Sauna-Tasche dabei haben, ist dieser Aspekt wichtig: im Vorfeld zu wissen, ob man
sich mit dem Partner gemeinsam umziehen kann. Die Anzahl der Umkleideschränke gibt Auskunft darüber, für wie viele Gäste gleichzeitig die Anlage in etwa konzipiert ist, denn mehr Menschen als Schränke werden kaum in der Anlage sein. Dies hat natürlich nur Gültigkeit, wenn sich die Saunabesucher in
einem separaten Bereich umkleiden können. Wenn die Umkleiden über den normalen Standard hinausgehen, so beschreiben wir dies.

Wir unterscheiden in unseren Saunabeschreibungen zwischen Reinigungsduschen
und dem Kaltwasserbereich, der nach dem Saunen zur Abkühlung benutzt wird. Auf Letzteren wird später noch ausführlich eingegangen. In allen Saunabeschreibungen sagen wir, ob Damen und Herren gemeinsam oder getrennt duschen. Das ist bei den Duschen mindestens ebenso wichtig zu wissen wie bei den Umkleiden, denn wenn man bei getrennten Bereichen nur ein Shampoo hat, birgt das unerwartete
Probleme. Wenn Sie vor Ihrem Erstbesuch einer Sauna den Bericht lesen, wissen Sie also, was
Sie einzupacken haben. Bei den Duschen selbst beschreiben wir mögliche Besonderheiten. Es
ist häufig so, dass sich die Duschen schon nach kurzer Zeit wieder selbstständig abstellen. Das
ist insofern verständlich, da viele Gäste die Duschen ansonsten nach Gebrauch nicht ausmachen
würden. Allerdings, wer hat es noch nicht erlebt: Der Körper ist eingeseift, die Haare sind voller Shampoo und – das Wasser geht aus! Aus diesem Grund scheint es uns erwähnenswert, ob der Duscher selbst Herr des Geschehens ist und die Duschdauer bestimmen kann.

Wir unterscheiden grundsätzlich folgende Bauweisen: die Elementbauweise, die Blockbohlenbauweise, die Rundstamm-Sauna und die Erd-Sauna. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Ausstattungen, die dann zu unterschiedlichen Namen für die Saunen führen (z. B. Bio-Sauna, Meditations-Sauna) oder auch herstellerspezifische Namen wie z. B. Sanarium und viele mehr. Zwar ist die Wirkung jeder einzelnen Sauna
anders, jedoch bleiben die Bauprinzipien dieselben.

Die Elementbauweise: Eine Holzrahmenkonstruktion wird beidseitig verkleidet, vonder Sauna-Innenseite in der Regel mit Holz, von außen je nach Gestaltungswünschen mit Holz oder auch mit Fliesen und Natursteinen, als verputzte Wandflächen usw. Der Hohlraum wird wärmeisoliert. Für Saunen im Innenbereich ist das die am häufigsten eingesetzte Bauweise.

Die Blockbohlenbauweise: 6 bis 10 cm dicke Massivholzbohlen, in der Regel aus Nadelholz, werden als Außenwand eingesetzt. Oft wird keine weitere Wärmedämmung verwendet, da die Dämmwirkung des Holzes ausreicht. Diese Bauweise finden wir häufig bei Sauna-Häusern im Außenbereich.

Die Rundstamm-Sauna: die traditionelle Blockhaus-Sauna mit massiven Holzstämmen. Die Holzstämme haben oft einen Durchmesser von 30 cm und mehr. Mit einer speziellen Verbindungstechnik, der Eckverkämmung, werden die Stämme im Eckbereich zusammengefügt. In einer Blockhaus-Sauna aus Rundstämmen herrscht ein besonderes Klima, da das Holz ein sehr guter Wärmespeicher ist und die Wärme somit zu einem großen Teil über Strahlung an die Raumluft abgegeben wird. Es gibt Hersteller, die mit
heimischem Holz arbeiten, aber häufig hört oder liest man den Begriff Kelo-Sauna. Als Kelo-Kiefer wird
die jahrhundertealte, stehend ausgedorrte
Polarkiefer bezeichnet. Aufgrund des langsamen Wachstums unter extremen Witterungsbedingungen
weist das Holz dieser Bäume sehr enge Jahresringe auf. Der Baum stirbt und bleibt dann noch jahrzehntelang stehen. Im Laufe des natürlichen
Austrocknungsprozesses verliert er dann seine Rinde und nimmt allmählich seine typische graue
Färbung an. Saunen in einer Sauna aus Kelo-Holz ist tatsächlich Saunieren in seiner ursprünglichsten Form.

Die Erd-Sauna, im finnischen Maa-Sauna: In der Regel wird eine Rundstamm-Sauna mindestens bis zur Hälfte in die Erde eingegraben. Mitunter sind die Seiten- und Rückwände vollständig mit Erde bedeckt, das Dach ist häufig begrünt und entwächst förmlich der Umgebung. Dieser Saunatyp ist auch von innen her sehr archaisch. Die massiven Rundstämme sind sichtbar, oft mit natürlichen Rissen und rustikal. Zur Beheizung werden zwar gelegentlich auch Elektro-Öfen eingesetzt, häufig wird die Erd- Sauna aber mit Holz beheizt. Der Gast spürt durch die massiven Baumstämme und die umgebende Erde den hohen Wärmestrahlungsanteil dieser Sauna. Wärmedämmung und Wärmespeicherung. Diese Begriffe tauchen häufig auf, und wirwollen sie hier klären: Zur Wärmedämmung werden Mineralwolle, Schafwolle, Holzfaserplatten, Zellulose, Flachs und verschiedenes mehr eingesetzt. Die Wärmedämmstoffe bewirken, dass die Wärme innerhalb eines Saunaraumes möglichst wenig nach außen transportiert wird.
Die Wärmespeicherung gibt an, wieviel Wärme ein Baukörper aufnehmen und anschließend wieder über Wärmestrahlung abgeben kann. Die Wärmeabstrahlung ist die Wärme, die für unseren Körper am angenehmsten ist. Die behagliche Wärmeabgabe eines Kachel-Grundofens kommt dem sehr nahe. Je höher der Strahlungsanteil, desto angenehmer empfinden wir dies. Die gleiche Funktion übernehmen auch die Saunasteine auf dem Sauna-Ofen. Achten Sie bei Ihren nächsten Saunagängen einmal
bewusst auf die Unterschiede, die Sie erleben, z. B. in einer Element-Sauna einerseits, mit ein paar bescheidenen Saunasteinen auf dem Elektro-Ofen, und in einer urtümlichen »Kelo«-Sauna andererseits, im Idealfall mit Holzfeuerung und Steinummauerung
des Ofens. Der Unterschied ist deutlich spürbar.

Im Prinzip findet man vor allem die im vorigen Kapitel beschriebenen Bauweisen. Aber die Saunawelt ist vielfältig, und je nach technischem Ausbau, Feuchtigkeit, Einbauten, Licht und so weiter gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Sauna-Variationen.
Wir kennen Aroma-Saunen, Bio-Saunen, Sanarien, Kristall-, Kräuter-, Heu-, Meditations-, Infrarotsaunen und viele mehr. Häufig verbergen sich hinter diesen Namen Eigenentwicklungen der Hersteller, oft ist vor dem Saunaraum erklärt, um welchen Saunatyp es sich handelt. Einige gängige Variationen wollen wir beschreiben:

Die Finnische Sauna, damit ist häufig die Elementbauweise gemeint, aber auch teilweise die Blockbohlen-Sauna. Es ist die »Standard-Sauna«, die dem Saunagänger nahezu in jeder
Sauna-Anlage begegnet. Die Temperatur liegt in der Regel zwischen 80 und 100 °C, mal als Trocken-, mal als Aufguss-Sauna. Wird nun beispielsweise ausschließlich mit Birkenessenz aufgegossen, heißt die Sauna Birken-Sauna, wählt der Betreiber Kräuter, wird sie zur Kräuter-Sauna usw.,
Grundlage ist aber immer die Finnische Sauna.

Die Banja-Sauna steht für die sibirische Form des Saunens. Sie wird normalerweisein Rundstammbauweise – häufig auch mit Kelo-Holz – gebaut. Der Unterschied zur Finnischen Sauna liegt insbesondere im Verdampfen von Birkenwasser. Auf dem Sauna-Ofen steht ein Metallkessel mit Birkensud, dessen Aromen sich ständig im Sauna-Raum verteilen, was diesem den spezifischen Duft verleiht. Im Vorraum stehen Wasserbehälter, in die Birkenzweige eingelegt werden, der so entstehende Sud wird dann in das Gefäß auf dem Sauna-Ofen gegossen. Die Banja-Saunen sind häufig
nur auf 70 bis 75 °C erwärmt, die Luftfeuchte ist aber mit etwa 40 % relativ hoch, und
steigert sich beim Aufguss häufig auf bis zu 100 % (siehe Wenik-Aufguss).

In der Aroma-Sauna werden regelmäßig aromatische Düfte beigefügt. Häufig liegen die Temperaturen bei 45 – 60 °C, die Luftfeuchte zwischen 40 und 60 %. Aroma-Saunen werden auch als Bio-Sauna, Danarium oder Sanarium bezeichnet, vor allem, wenn gleichzeitig mit Farblicht gearbeitet wird. Die Aroma-Sauna kann aber auch bei üblichen Saunatemperaturen von 80 bis 95 oder gar 100 °C betrieben werden, dann allerdings mit geringerer Luftfeuchte.

Kristall-, Amethyst- oder Bergkristall-Saunen verfügen innerhalb des Saunaraumes über einen der beschriebenen Kristalle. Man sagt den Kristallen unterschiedliche Wirkungen nach. Die Kristalle werden häufig oberhalb des Ofens angebracht.

Bei der Kräuter-Sauna ist oft oberhalb des Ofens eine Schale befestigt, die frische Kräuter in einem Wasserbad enthält. Die Essenzen lösen sich langsam aus den Kräutern heraus, der angenehme Duft erfüllt den Sauna-Raum.

Die Heu-Sauna funktioniert ähnlich: Oberhalb des Ofens wird Heu in einen mit Wasser gefüllten Metallbehälter gefüllt, so dass sich auch hier ein herrlicher Duft entfaltet. Unsere Empfehlung: Probieren Sie alle angebotenen Sauna-Variationen aus! Die Hersteller von Sauna-Anlagen haben viele neue, hochwertige und interessante Produkte entwickelt. Um zu entscheiden, was für Sie am besten ist, gibt es daher nur diese
eine Empfehlung: Ausprobieren!

In unseren Saunabeschreibungen geben wir die Größe einer Sauna nicht in Quadratmetern an, denn es fehlt oft die Vorstellung, wie groß denn nun beispielsweise 25 m² sind. Es erscheint uns plastischer etwa anzugeben: »Bietet ca. 20 Personen Platz.Gemeint ist damit die maximale Personenzahl, die z. B. bei einem guten Aufguss Platz findet, wenn alle Gäste nebeneinander sitzen. Wenn Sie diese Zahl halbieren, kommt in etwa die Personenzahl heraus, die gemütlich Platz findet, d. h., einige Gäste liegen,
andere sitzen. Diese Angabe soll Ihnen nur annähernd einen Hinweis auf die Größe der Saunakabine geben.

Es gilt zu unterscheiden zwischen der eingesetzten Energie (dem Energieträger) und
der Art und Weise der Wärmeübertragung.
Folgende Energieträger werden standardmäßig eingesetzt: Strom, Gas, Holz. Die Wärmeerzeugung erfolgt am häufigsten mit einem Elektro-Ofen, der mit Saunasteinen abgedeckt ist. Die Heizschlangen erwärmen die Steine und die Umgebung, die Steine – auf die beim Aufguss das Wasser gegossen wird – geben gespeicherte Wärme durch Strahlung ab. Der Sauna-Ofen kann ebenso mit heißem Wasser wie mit Gas erwärmt werden. Wesentlich für das Raumklima sind die Steine, da diese erheblich für den Strahlungsanteilder Wärme verantwortlich
sind. Die Sauna-Steine müssen hohen Qualitätsanforderungen genügen, sie sollten eine hohe Wärmeleitfähigkeit, eine hohe Dichte haben und nicht zur Rissbildung neigen. Eingesetzt werden vor allem Olivin, Pyroxene sowie Plagioglas. Die Sauna-Öfen werden je nach Bauart mit Steinen von 10 bis 100 kg Gewicht bestückt. Außen-Saunen werden häufig mit Holz beheizt, der Holzofen wird mit Steinen ummauert.
Dies führt zu einer sehr angenehmen Wärmeentwicklung im Sauna-Raum. Grundsätzlich ist der Anteil an Wärmestrahlung – die für unseren Körper sehr angenehm ist – umso höher, je mehr Steine oder massive Wände vorhanden sind. Achten Sie bei Ihrem nächsten Saunagang einmal auf Ihr subjektives Empfinden.

In den Saunen werden auch häufig Wärmewände
eingezogen. Vor der eigentlichen Außenwand befindet sich eine mit Abstand zur Wand aufgebaute Vorsatzschale, die nicht bis zur Decke geführt ist.
In dem Hohlraum sind Heizelemente verlegt, d. h., im Hohlraum wird
warme Luft erzeugt, die durch die obere Öffnung in den Sauna-Raum gelangt. Bei dieser Art der Beheizung erfolgt die Erwärmung hauptsächlich über Luftströmung (Konvektion). Der Strahlungsanteil ist im Vergleich zu den Öfen, den Sauna-Steinen oder gar der Ummauerung geringer. Sie erkennen Sauna-Kabinen mit Wärmewänden daran, dass kein Sauna-Ofen vorhanden ist.

Genau betrachtet sind diese Infrarotkabinen keine Saunen – die Wärme wird hier mit Infrarotstrahlern erzeugt. Was ist Infrarotwärme? Wir unterscheiden drei Arten von optischer Strahlung innerhalb des elektromagnetischen Strahlungsspektrums, die sich durch ihre Wellenlängen unterscheiden. Das sichtbare Licht von Violett bis Rot befindet sich in einem Frequenzband von 380 nm bis 780 nm. Die Frequenzbereiche, die unterhalb dieses sichtbaren Rotlichts liegen, heißen Infrarotbereich mit einer Wellenlänge von 780 nm bis 100.000 nm. ›Infra‹ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet u. a.:
unterhalb, deshalb Infrarot (IR). ›Ultra‹, ebenfalls aus dem Lateinischen, heißt u. a.: darüber hinaus. Die Strahlung, die unsere Haut bräunt, ist die ultraviolette Strahlung oberhalb des sichtbaren violetten Lichts (UV) mit Wellenlängen zwischen 100 nm bis 380 nm. Uns geht es hier um die Infrarotstrahlung, die je nach Wellenlänge in IR-A, IR-B
und IR-C-Strahlung unterteilt wird. Die kurzwellige IR-A-Strahlung wird hauptsächlich in der Medizin eingesetzt. Üblicherweise liegt die Frequenz in Infrarotkabinen bei etwa 8500 nm und ist demzufolge IR-C-Strahlung. Diese Strahlung wird in den oberen Hautschichten bis 0,15 mm unter der Hautoberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt. Infrarot bewirkt grundsätzlich immer eine Erwärmung der Körperoberfläche, ohne dabei die Umgebungsluft stark aufzuheizen, und gilt somit als äußerst
kreislaufschonend. Trotz niedriger Raumtemperaturen, also bei etwa 50 °C, kommt es zu stärkerer Schweißbildung als in herkömmlichen Saunen. Der Stoffwechsel wird angeregt, Kalorien werden verbraucht. Ein Infrarotstrahlungselement besteht z. B. aus einer quarzsandgefüllten Hülle aus Keramik oder Stahl, in die ein metallischer Körper eingebracht ist, der durch Strom erhitzt wird. Eine weitere Variante sind elektrische
Flächenstrahler. In »Infrarot-Saunen« sind die Heizelemente in der Regel hinter der Wandverkleidung untergebracht. In den Sauna-Anlagen finden Sie häufig kleinere Infrarotkabinen für zwei bis drei Personen vor, aber es gibt auch Infrarot-Räume, vergleichbar mit der Finnischen Sauna, in denen 20 Personen Platz finden. Es gilt wie auch bei den anderen Varianten: Probieren Sie es behutsam aus und entscheiden Sie
nach Ihrem persönlichen Wohlbefinden.

Eine besondere Art der Beheizung finden wir in der finnischen Savusauna oder Rauch- Sauna. Ein Berg Steine ist so geschichtet, dass darunter ein Hohlraum als Feuerstelle freigehalten wird. Dieser Steinhaufen von etwa einer Tonne Gewicht wird über einen Zeitraum von zwei Stunden befeuert. Wenn die Saunagänger die Sauna betreten, ist die Flamme erloschen, der Sauna-Raum erhitzt, die Wärme kommt nun ausschließlich als Wärmestrahlung aus dem Steinhaufen. Bei der originalen Finnischen Rauch-Sauna gibt es im Übrigen keinen Kamin, es wird vor dem Saunen nur kurz gelüftet, im Sauna- Raum riecht es wie in einer Räucherei.

Was passiert beim Aufguss? Für viele Gäste ist der Aufguss das Erlebnis beim Saunen, aber ein guter Aufguss kann vor allem auch erheblich zum Wohlbefinden beitragen. In der Regel wird der Aufguss mit Wasser durchgeführt, neuerdings verwendet man jedoch auch immer häufiger
zerstoßenes Eis. Wasser oder Eis wird mit einer Schöpfkelle langsam auf die Saunasteine gegossen, dadurch entsteht Dampf, und die Luftfeuchtigkeit in der Sauna wird kurzzeitig erhöht, beispielsweise von zehn auf dreißig Prozent.

Die Aufguss-Qualität hängt naturgemäß sehr von der jeweiligen Sauna ab, ebenso aber auch von dem Mitarbeiter, der den Aufguss durchführt. Wenn der Mitarbeiter
hereinkommt, zwei oder drei Schöpflöffel auf die Steine gießt, vielleicht noch kurz wedelt und dann nach kürzester Zeit schon wieder geht, so ist das sicherlich besser als nichts, aber eben auch nicht mehr. Ein guter Aufguss wird dagegen regelrecht zelebriert und dauert dann bis zu einer Viertelstunde. Dabei werden ungefähr sechs bis acht Liter Wasser aufgegossen, meist in drei Phasen, mit viel Zeit dazwischen und vor allem: mit dem richtigen Wedeln. Dieses will gelernt sein, denn dadurch wird die Wärmeverteilung im Sauna-Raum verändert – und das bringt dem Gast erst den eigentlichen Genuss.

Die Zusätze, die dem Aufguss beigemischt werden, sind ätherische Öle oder naturidentische
Aromastoffe. Den Unterschied zwischen den verschiedenen Sorten riecht
und spürt der Gast deutlich. Häufig werden die Zusätze stündlich gewechselt, in vielen Saunen zeigen auch Informationstafeln an, wann und wo welcher Zusatz verwendet wird. Hilfreich ist es, wenn der Saunameister vor dem Aufguss kurz erklärt, um welchen Duft es sich handelt und dessen Wirkung beschreibt. Zu den zahlreichen verschiedenen Ölen und Aromen, die für Aufgusszusätze benutzt werden, gehören Eukalyptus, Pfefferminze, Rosmarin, Nadelbaumöle, Zitrusfrüchte (Orange, Zitrone oder Mandarine) und Kräuter (z. B. Lavendel, Melisse und Kamille). Zunehmend werden auch andere Fruchtaromen gewählt wie Apfel, Kirsche, Pflaume und Erdbeere. Bei dieser Vielzahl an Möglichkeiten findet jeder Gast mit Sicherheit seinen Lieblingsduft heraus.

Zunächst ein normaler Aufguss, mit Zusätzen oder ohne, dann wird nach der ersten Aufwärmphase Honig gereicht, mit dem sich die Gäste in der Sauna einreiben. Das istsehr wohltuend und reinigend. Wird sowohl in der Sauna als auch im Dampfbad durchgeführt. Es gibt zahlreiche Varianten, grundsätzlich reibt man dabei aber nach der Aufwärmphase den Körper komplett mit Mineralsalz ein. (Achtung, nicht in die Augen und Genitalien oder Wunden, das brennt entsetzlich!)
Das Einreiben erfolgt in manchen Saunen innerhalb des Saunaraumes, in anderen Saunen geht der Gast dafür hinaus, anschließend geht der Aufguss weiter. Das Ergebnis ist eine spürbar glatte Haut, da durch das Peeling die oberen Hautzellen abgerubbelt werden.

Eine besondere Aufgussform, die Sie sich keinesfalls entgehen lassen sollten, wenn sie angeboten wird. Der Wenik-Aufguss entstammt sibirischer Tradition und wird in den Banja-Saunen durchgeführt.Der Saunameister taucht zusammengebundene Birkenzweige in den auf dem Sauna-Ofen stehenden Birkensud und wedelt statt mit dem sonst üblichen Handtuch mit dem Wenik, (sibirisches Wort für das Birkenzweigbündel). Reichlich Feuchtigkeit wirdwährend des oft 15 Minuten dauernden Aufgusses in den Saunaraum eingebracht, so dass die Luftfeuchtigkeit nicht selten von 40 auf 100 % ansteigt.

Damit bezeichnet man traditionell eigentlich den Wasserdampf, der beim Aufguss auf die Haut trifft. Hier jedoch ist folgende Aufgussvariante gemeint: Mineralsalz wird mit Minze vermischt und, wie beim Salz-Peeling beschrieben, auf dem Körper verteilt. Es gibt zahlreiche weitere Varianten, die oft saunenspezifisch sind: So wird in einigen
Saunen während des Aufgusses Obst, zum Beispiel Apfelsinen-, Zitronen-, oder
Apfelscheiben, angeboten, häufig gibt es auch Eis, um den erhitzten Körper etwas zukühlen. Angenehm ist es auch, wenn man nach dem Aufguss aus der Sauna kommt und ein Saft gereicht wird. Das alles sind zwar nur kleine Gesten, aber durch sie wird ein Aufenthalt mit wenig Aufwand bedeutend angenehmer – und daher sind sie dann möglicherweise der Grund zum Wiederkommen.

Die Farblicht-Stimulation finden wir häufig in Bio-Saunen, im Sanarium oder Danarium. Farbe und Licht beeinflussen den menschlichen Organismus und unterstützen biologische Funktionen. Mit
den folgenden fünf Spektralfarben können ausgleichende Wirkungen erzielt
werden:

• Blau wirkt beruhigend, es erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut.
• Rot wirkt anregend, steigert das körperliche Wohlbefinden.
• Gelb macht munter, hilft bei Depressionen und stärkt die Konzentrationsfähigkeit.
• Grün wirkt regenerierend und erholsam, ist beruhigend.
• Violett fördert die Kreativität und intuitive Fähigkeiten.

Es gibt unterschiedliche Auslegungsmöglichkeiten, sowohl unter therapeutischen als auch energetischen Gesichtspunkten. Die hier beschriebenen Wirkungen sind Hersteller-Angaben entnommen.

Die Urwald-Sauna hat nichts mit dem tropischen Regenwald zu tun, jede Sauna kann zur Urwald-Sauna werden. Häufig sehen Sie in den Saunen ein grünes Glasobjekt. Dieses Element hat einen Namen: Aquaviva. Es sorgt für mentale Entspannung durch zufallsgesteuerte akustische und optische Signale. Der Medienkünstler Professor Walter Giers hat dieses Element entwickelt. Die Wirkung des Lichtes und die Waldgeräusche wie Vogelgezwitscher oder Blätterrauschen sorgen für Entspannung. Musik hören Sie häufig in Bio-Saunen, Danarien oder Sanarien, natürlich auch in der Meditations-Sauna.

Das Tepidarium ist ein Wärmestrahlungsbad. Die Temperaturen liegen bei 37 bis
39 °C, die Luftfeuchte beträgt normalerweise etwa 50 bis 60 %. Häufig findet der Gast im Tepidarium ergonomisch geformte Wärmeliegen, das ist Entspannung pur. Das Hamam, oder Türkische Bad hat eine jahrhundertealte Geschichte. Das Klima ist ähnlich dem desTepidarium. Im Mittelpunkt steht die Seifenschaum-Massage, die auf dem heißen Stein oder einem erwärmten Massagetisch durchgeführt wird. Das Hamam ist ein außergewöhnlich entspannendes Badeerlebnis, das
mehrfache Übergießen mit lauwarmem Wasser während der Seifenmassage wirkt sehr angenehm. Crushed Ice, zerstoßenes Eis, finden Sie in den Saunen immer häufiger. Wenn Sie in einer Saunaanlage
Crushed Ice vorfinden, wird dies auch häufig anstelle des Wassers beim Aufguss benutzt. Reiben Sie sich mal nach dem Saunen mit Crushed Ice ab – eine Erfrischung wie der winterliche Schneeabrieb. Manchmal wird das Eis auch bei Aufgüssen zur Abkühlung während der Aufgussphase gereicht. Wer bis vor einigen Jahren nur die oft mittelmäßigen Kunststoffkabinen kannte und heute bei einem Saunabesuch ein Dampfbad besucht, wird erstaunt sein. Dampfbäder sind für viele Besucher ein idealer Ort zur Entspannung.
Dies liegt zum einen sicher an dem Klima, das im Mittel bei einer Temperatur von 45 °C und 100 % Luftfeuchte liegt, zum anderen aber auch an den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, von denen wir einige beschreiben möchten. Die Elementbauweise ist sicher die einfachste Ausführung
– aus Kunststoff-Formteilen, jedoch in sehr ansprechender Grundrissgestaltung vom Quadrat oder Rechteck
zu den Vielecken, beispielsweise dem Achteck. Diese Kabinen gibt es auch in farbigen Ausführungen
mit verschiedenen Lichteffekten. Dampfbäder haben eine lange Tradition, schon die Römerhatten ihre weitläufigen Warmbadesäle, und so wundert es nicht, dass die heutigen Dampfbäder in der Gestaltung den antiken Modellen in nichts nachstehen. Dampfbäder werden zu Erlebnisparadiesen. Zur Gestaltung
werden Glasmosaiken ebenso eingesetzt wie Granit, Natursteine, Marmor, Fliesen oder Keramiken.

Die Gestaltungsvielfalt:

Licht bekommt im Dampfbad durch den »Nebel« und die dadurch entstehenden Lichtbrechungen und Reflexionen einen besonderen Stellenwert. Ob Sternenhimmel mit wechselnden Lichtfarben, Lichtbilder im Dampfbad oder Kristall-Licht: Das Licht lässt Sie in eine andere Welt eintauchen.

Kristall-Dampfbäder weisen als Besonderheit Kristalle auf, etwa große Amethyste oder Bergkristalle, in der Regel am »Dampf-Kamin« platziert. Diese Bäder nennen ihre Edelsteine dann im Namen, etwa Amethyst- oder Kristall-Dampfbad. Aroma-Dampfbäder zeichnen sich durch ihren Duft aus, dem Dampf werden Essenzen zugesetzt, oft auch Blüten.

 
Quelle: "Der Saunaführer" von Peter Hufer
Der Verlag gibt schön bebilderte regionale Saunaführer mit Gutscheinen heraus.
Infos unter www.der-saunafuehrer.de
 
"Goldene Regeln" für richtiges Saunabaden


Die vom Deutschen Sauna-Bund e.V. , Bielefeld, zusammengestellten "goldenen Regeln" sollen insbesondere dem Saunaneuling helfen, das Saunabad mit seinen gesundheitlichen positiven Wirkungen voll auszuschöpfen. Das Saunabad kann bei vielen körperlichen Beschwerden hilfreich sein, jedoch gibt es einige Erkrankungen, bei denen es nicht empfohlen werden kann oder sogar untersagt werden muss. Anfänger mit gesundheitlichen Problemen sollten deshalb vor dem ersten Saunabad einen saunaerfahrenen Arzt aufsuchen. Den richtigen Badeablauf erläutern die in vielen öffentlichen Saunabädern aushängenden und vom Deutschen Sauna-Bund herausgegebenen Baderegeln.

1. Bitte beachten Sie, dass das Saunabad kein exakt geregeltes Bad ist. Der Saunagänger soll sich in erster Linie wohlfühlen. So können regelmäßige Saunagänger z.B. länger als empfohlen in der Kabine bleiben, Neulinge werden vielleicht bereits eher die Kabine verlassen wollen. Achten Sie beim Saunabaden auf Ihr persönliches Wohlbefinden.

2. Bringen Sie ausreichend Zeit mit. Ein vollständiges Saunabad dauert etwa. zwei Stunden. Es soll entspannen, ein gehetztes "Abarbeiten" der Anwendungen wird ihren Körper eher belasten als entspannen. Auch sollten Sie nicht hungrig oder mit vollen Magen in die Sauna gehen.

3. Reinigen Sie sich zunächst unter der Dusche und trocknen Sie sich danach gut ab, denn trockene Haut schwitzt schneller. Ein warmes Fußbad vor der Sauna fördert das Schwitzen zusätzlich.

4. In der Sauna legen Sie Ihr Liegetuch unter den ganzen Körper. Der Aufenthalt sollte kurz, die Wirkung aber intensv sein. Schwitzen Sie deshalb auf der mittleren oder oberen Bank. Acht bis 15 Minuten reichen dabei völlig. Verlassen Sie sich vor allem auf Ihr Gef'ühl. Die letzten zwei Minuten sollten Sie sich aufsetzen, um den Kreislauf an die aufrechte Haltung zu gewöhnen.

5. Gehen Sie nicht sofort unter die Dusche oder ins Tauchbecken. Kühlen Sie sich erst an der frischen Luft ab, der Körper benötigt jetzt Sauerstoff. Erst danach mit einem Kneippschlauch abgießen oder unter der Schwallbrause abkühlen. Falls Sie das Tauchbecken benutzen, denken Sie vorher daran, den Schweiß abzuspülen.

6. Nach der Abkühlung bewirkt ein warmes Fußbad ein wohliges Wärmegefühl. Nochmalige Kaltwasseranwendungen trainieren besonders intensiv die Blutgefäße und erhöhen die Widerstandsfähigkeit Ihres Körpers.

7. Im Anschluss daran empfiehlt sich eine kleine Ruhepause zur Förderung der Erholung.

8. Während des Saunabades sollten Sie besser nichts trinken, da sonst der Effekt des Entschlackens weitgehend unterbleibt. Die Nutzung eines Solariums stört dagegen nicht die Wirkung der Sauna.

9. Weitere Saunagänge führen Sie wie den ersten durch, wobei drei Saunagänge hintereinander zum Erreichen der erstrebten gesundheitlichen Ziele ausreichen. Weitere Saunagänge führen nicht mehr zu einer Steigerung der Sauna-Wirkungen.

10. Ein Saunabad dient besonders der körperlichen Erholung und psychischen Entspannung. Um die Wirkung der Sauna beizubehalten und um ungünstige Kreislaufreaktionen zu vermeiden, sollte deshalb nach der Sauna auf sportliche Betätigungen verzichtet werden. Eine Massage dagegen kann zwischen den Saunagängen oder im Anschluss an die Sauna die entspannende Wirkung noch verstärken.

Deutscher Sauna-Bund e.V. , Bielefeld

Sauna ein wichtiger Gesundheitsfaktor

„Die Pflege der eigenen Gesundheit wird zunehmend als individueller und gesellschaftlicher Wert verstanden,  der sich im beruflichen und privaten Alltag auszahlt. Die Sauna kann in diesem Zusammenhang ein wichtiger Stabilisierungsfaktor sein“. Diese Auffassung vertrat Dr. Wolfgang Settertobulte vom Pflegeforschungsverbund Nordrhein-Westfalen an der Universität Bielefeld auf der Jahrestagung „Saunaimpulse 2005“ des Deutschen Sauna-Bundes.

„Saunabaden bewirkt ganzheitliches Wohlbefinden und dient der Prävention. Es sollte daher nicht auf den Faktor Spaß reduziert werden“, forderte der Vorsitzende des Deutschen Sauna-Bundes, Medizinprofessor Dr. med. Eberhard Conradi, auf der viertägigen Fachtagung Anfang Juni in der ostwestfälischen Kurstadt Bad Oeynhausen. Wegen der nachgewiesenen positiven Effekte auf den menschlichen Organismus eigne sich die Sauna ideal als „Einstiegsmaßnahme“ in einen gesunden Lebensstil. Um die wissenschaftliche Anerkennung des Saunabadens als präventive Gesundheitsmaßnahme weiter zu festigen, schlug Conradi darüber hinaus die Schaffung von überprüfbaren Qualitätsstandards vor.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung individueller Gesundheitsvorsorge und des ausgeprägten Wunsches nach persönlichem Wohlbefinden „bleibt Sauna ein Wachstums-markt“, stellte Rolf-Andreas Pieper, Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes, in seinem Referat zum Saunamarkt heraus. Derzeit gehen 17 Millionen Männer und 13 Millionen Frauen mehr oder weniger regelmäßig in die Sauna und profitieren von ihren Wirkungen, wobei in Hessen und Hamburg die Bereitschaft dazu besonders ausgeprägt ist. Pieper:
„Die Deutschen sind Weltmeister im Saunabaden“.

Ein Schwerpunkt der Jahrestagung war das aktuelle volkswirtschaftliche Thema „Der Saunamarkt im Spannungsfeld zwischen kommunaler Daseinsvorsorge und privaten Interessen“. Kritisiert wurde von einem Referenten unter anderem die gegenwärtig „unscharfe Gesetzeslage“ bei der öffentlichen Daseinsvorsorge von Kommunen, die zu einem erheblichen Ermessensspielraum bei der Reichweite und den Grenzen kommunaler wirtschaftlicher Tätigkeit führe. Dies gehe oft zu Lasten privatwirtschaftlicher Initiative. Andererseits wurde auf die bestehenden Gemeindeordnungen und das allgemein anerkannte Recht kommunaler Selbstverwaltung hingewiesen, die eine wirtschaftliche Betätigung erlaubten. Allenfalls könne man deswegen über das „Wie“, nicht über das „Ob“ streiten. Ein anderer Referent forderte zum konstruktiven Dialog zwischen kommunalen und privaten Leistungsanbietern auf, der von Transparenz, Ergebnisoffenheit und innovativem Denken geprägt sein müsse. Klar sei aber auch, dass es dabei keine einfachen Lösungen geben könne.

150 Betreiber öffentlicher Saunabäder, Hersteller und Lieferanten nahmen vom 9. bis 12. Juni 2005 an den vier Themenkreisen der Jahrestagung „Saunaimpulse 2005“ im Kaiserpalais im Kurpark Bad Oeynhausens teil. Die zahlreichen Vorträge, die sich auch mit Maßnahmen zu Kostenreduzierungen beim Energie- und Wasserverbrauch von Bädern sowie mit rechtlichen Aspekten öffentlicher Saunabäder befass
ten, wurden abgerundet durch ein kulturelles Rahmenprogramm

Deutscher Sauna-Bund e.V. , Bielefeld

Gestiegenes Gesundheitsbewußtsein

Gestiegenes Gesundheitsbewußtsein und Internationalisierung des SPA- und Wellnessmarktes stärken die deutsche Saunabranche

Im Gegensatz zu den Umsatzrückgängen der letzten Zeit in anderen Branchen der Freizeitwirtschaft konnte die Saunaindustrie in Deutschland ihre starke Stellung auch international weiter festigen.

Das gestiegene Gesundheitsbewusstsein breiter Bevölkerungsschichten und der ungebrochene Trend zur gesundheitlichen Eigenvorsorge tragen im Inland dazu bei. Davon profitieren die 2.300 öffentlichen Saunabäder, kommunal oder privatwirtschaftlich geführt, die 5.050 Hotels mit Saunaanlage und die 3.800 Sport- und Fitnessstudios mit der gleichen Zusatzausstattung. Außerdem stützen Neugründungen öffentlicher Bäder, vor allem aber Erweiterungen und Renovierungen bestehender Anlagen, die bereits über Jahre erstaunlich robuste Branchenkonjunktur.

Zudem sind – mit starkem Süd-Nord-Gefälle – bislang nur fünf Prozent aller bundesdeutschen Haushalte Eigentümer einer Sauna. Das entspricht zirka 1,66 Millionen bisher verkaufter Saunakabinen. Große Zukunftschancen bieten die Eigentümer von Einfamilienhäusern; erst jeder zehnte ist mit einer Sauna ausgestattet. Im Vergleich dazu gibt es in Finnland bei über 5,2 Millionen Einwohnern über zwei Millionen Saunas, davon 1,3 Millionen zu den Wohnungen gehörend. Das bedeutet, dass knapp 85 Prozent der finnischen Haushalte über eine Sauna verfügen.

International erschließt sich die deutsche Saunaindustrie derzeit Marktpotenziale in den osteuropäischen Staaten und dort vor allem in Russland. Die Verkaufsmöglichkeiten sind deshalb so gut, weil zunehmend Eigenheime entstehen und die Bewohner seit langem mit den Badeformen Sauna und Dampfbad vertraut sind.

Andere Chancen werden in der Realisierung von SPA-Anlagen im Nahen Osten gesehen. Dort sind vor allem Badeanlagen mit Wasserbecken und Warmlufträumen auf hohem architektonischem Niveau gefragt. Vor dem Hintergrund der steigenden globalen Nachfrage nach qualitativ hochwertigen SPA- und Wellnesseinrichtungen blicken die darauf spezialisierten deutschen Unternehmen deshalb mit Optimismus in die Zukunft.

Nach einer aktuellen Untersuchung des in Bielefeld ansässigen Deutschen Sauna-Bundes e.V. gehen derzeit in Deutschland 30 Millionen Menschen mehr oder weniger regelmäßig in die Sauna; das entspricht 17 Millionen Männern und 13 Millionen Frauen. Die Hauptmotive für den Saunabesuch sind körperliche Erholung, psychische Entspannung, Erkältungsabwehr sowie der Wunsch nach Geselligkeit.

Deutscher Sauna-Bund e.V. , Bielefeld

30 Millionen Saunagänger in Deutschland
Saunabaden erreicht eine neue Rekordmarke: 30 Millionen Menschen – 17 Millionen Männer und 13 Millionen Frauen -gehen in Deutschland mehr oder weniger regelmäßig in die Sauna. Das hat eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Deutschen Sauna-Bundes ergeben.

Als Hauptgründe für das gestiegene Interesse nannte der Geschäftsführer des Verbandes, Rolf-Andreas Pieper, bei einem interbad-Pressegespräch in Stuttgart das attraktiver gewordene Dienstleistungsangebot in den zirka 3.000 öffent-lichen Saunabetrieben und den verstärkten Wunsch der Gäste, sich und ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Das Gros der Saunagänger suche öffentliche Anlagen in Hallen- und Freizeitbädern sowie privatwirtschaftlich geführte Sauna- und Wellnessbetriebe auf. Ein erklecklicher Teil nutze die Sauna in Fitnessstudios oder Zuhause.

Das im Vergleich zur letzten Marktbefragung des Verbandes deutlich gestiegene Interesse am Saunabaden erklärte Pieper neben dem verstärkten Angebot an Wellnessangeboten vor allem mit einer wachsenden Bereitschaft der Menschen zur selbst finanzierten Gesundheitsvorsorge, um im anforderungsreichen Erwerbs- und Privatleben leistungsfähig und fit zu bleiben. Saunabaden als „passive Gesundheitsmaßnahme“ eigne sich besonders unter zeitlichen Aspekten ideal für die kurzfristige körperliche Erholung und psychische Ent-spannung in geselliger Gemeinschaft. Wer regelmäßig einmal wöchentlich in die Sauna gehe, tue überdies gezielt noch etwas für die Stärkung seines Immun-systems und betreibe damit aktive Erkältungsvorbeugung.

Eine allein schon aus demographischen Gründen immer wichtiger werdende Zielgruppe ist nach Einschätzung des Verbandgeschäftsführers die
„Generation 50plus“. Die Umfrage und andere Untersuchungen machten deutlich, dass deren finanzielle Situation, Kaufkraft und Verhaltensmuster positiv mit der Bereitschaft korrespondieren, einen erheblichen Teil des verfügbaren Einkommens für qualitativ hochwertige Gesundheitsprodukte und
-dienstleistungen, Körperpflege sowie Kur- und Gesundheitsreisen auszugeben: „Gesundheit und Wellness gehören damit zu den Gewinnerbranchen der nächsten Jahre“. Pieper appellierte in diesem Zusammenhang an die gesamte Sauna- und Wellnessbranche, sich mit attraktiven, altersgerechten Angeboten schnell auf dieses wachsende Kundensegment einzustellen.


Deutscher Sauna-Bund e.V., Bielefeld
 
     
 
 
     
 
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
 
 
 
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