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Baden und Kuren wie im Römischen Reich

Im Dreiländereck lockt Badenweiler seit Jahrtausenden Urlauber und Gesundheitsliebende an

Hell schimmert das abendliche Sonnenlicht durch die Bäume, Schatten liegen auf der alten römischen Badruine. Entspannt vom Baden räkele ich mich auf der Liege des Thermalbads in der Cassiopeia Therme und schließe die Augen. 2000 Jahre Badekultur erstehen vor meinen Augen. Das alte römische Bad, dessen Ruine ich durchs Fenster sehen kann, gewinnt vor meinem inneren Auge Gestalt: Auf der einen Seite der Therme baden gut gekleidete Römerinnen, begleitet von ihren Sklavinnen. Auf der anderen Seite – denn man badet hier getrennt – reinigen sich die römischen Herren gerade mit Öl, das sie einreiben und dann mit einem Striegel von der Haut abschaben. Die römischen Besucher kommen aus den nahen römischen Siedlungen aus Basel hierher, haben schon im Tempel den Göttern gehuldigt, wenn sie sich nun der Gesundheit und der Körperpflege widmen.

In der römischen Badruine kann man dies alles besichtigen. Badenweiler wurde um 70 n. Chr. während der Amtszeit von Kaiser Titus Flavius Vespasianus gegründet. Und ich stelle mir vor: Wir alle, auch wir 2000 Jahre später – genießen das gleiche Thermalwasser! Nachdem schon einige Jahrzehnte in Badgasthäusern gebadet wurde, entstand 1875 mit dem Marmorbad hier die zweite öffentliche Therme – man orientierte sich damals genau am Grundriss des historischen römischen Vorbilds. Das ehemalige Markgrafenbad dient heute als Eingangs- und Rezeptionsbereich und fasziniert mit seiner Kuppel und den Dekors. Es war auf ca. 50 Badende ausgerichtet und wurde bald zu klein. Schon 1908, also 33 Jahre später, wird es um einen neobarocken Erweiterungsbau und ein Römisch-irisches Bad – damals der letzte Schrei – und etliche Kur-Einrichtungen für Warmluft-Dampfbäder und Massage erweitert. Badenweiler und Baden-Baden, die zu römischer Zeit einzigen Kurorte beziehungsweise Heilbäder im nördlichen römischen Reich, wurden um die Wende zum 20.Jahrhundert von Adligen und Großbürgern wiederentdeckt. Den römisch-irischen Badeablauf und die historischen Räume des Römisch-irischen Bades kann man hier in der Therme heute noch im Original erleben.

Draußen geht langsam die Sonne unter – die Ruine liegt sanft beleuchtet in der Dämmerung. Weiter geht es durch die Meilensteine der Geschichte: Nachdem man 1975 eine Million Besucher zählte, wurde 1981 das Kuppelbad aus Glas und Stahl errichtet, in dem ich jetzt liege. Auch hier wurde das Motiv des römischen Kuppelbaus wieder aufgenommen, jedoch ganz modern – das Projekt wird mit dem Europäischen Stahlbaupreis ausgezeichnet.

Was hätten die Römer wohl zur finnischen Sauna gesagt? Mittlerweile beherbergt der neue Anbau der Cassiopeia Therme auch eine finnische Saunalandschaft mit allen Extras. Ich sehe den römischen Badenden vor mir, der sagt: „Sehr schön, diese kalten Tauchbecken haben wir hier ja auch. Und das, was Sie hier finnische Sauna nennen, haben wir natürlich auch in vielen unserer Thermen mit dem griechischen Laconicum, das früher auch durch eine Feuerstelle beheizt wurde. Was wir allerdings nicht ganz verstehen ist, warum Sie diese Kabinen aus Holz bauen, da sind wir mit unseren Steinbauten und der Hypokaustenheizung doch etwas weiter …“

Ich lächle in mich hinein und besuche sinnierend den Saunabereich mit dem großen Thermal-Nacktbadebecken. Wieder gibt es wunderschöne Blicke in die Landschaft. Ja, lieber Römer, bei uns wird nun nackt sauniert und gebadet, Männer und Frauen gemeinsam!

Auch beim nachfolgenden Spaziergang durch den Kurpark werden verschiedene Jahrhunderte lebendig. Seine Anfänge liegen bereits im Jahr 1758 (die meisten Kurorte entstanden erst später), als Markgraf Karl-Friedrich die ersten Promenadenanlagen anlegen ließ. Schon 1784 entdeckte man die Römische Badruine und stellte sie unter Denkmalschutz – was für ein Glück! Bereits 1824 wurden hier Bäume und Sträucher gepflanzt, die aus fernen Ländern kamen, die man heute noch in ihrer ehrwürdigen Größe bestaunen kann. Allen Fürsten und Erbauern gemeinsam war aber eines: die Liebe zu dieser reizvollen Landschaft, die an die Toskana erinnert und die man vom Kurpark aus in unterschiedlichen Blicken ins Tal bestaunen kann. Wer glaubt, die Faszination exotischer Länder wäre eine Erfindung des Internetzeitalters, der irrt: Hier gibt es orientalische Platanen, japanische Lebensbäume, kaukasische Mandeln oder kalifornische Flusszedern. Auch die Burgruine Baden lässt sich erobern. Eine mittelalterliche Burg scheint uns sehr alt – und doch ist sie ca. 1000 Jahre nach der römischen Therme entstanden. Ein anderes Zeitalter wird lebendig, in dem kaum gebadet wurde und wenn, in einfachen mittelalterlichen Badestuben (während die Steine der Badruine zum Bau der Burg verwendet wurden). 1147 wird die Burg Eigentum von Heinrich dem Löwen, später dann beispielsweise Wohnsitz der Herzogin Katharina von Burgund. Auch sie wird den Blick ins wunderschöne Tal genossen haben, den man auf zahlreichen Stichen erblicken kann!

Auf dem Promenadenweg des Kurparks – der liebevoll „Kaffeemühle“ genannt wird, kommt man am Tschechow-Denkmal vorbei. Wie so viele Künstler und Schriftsteller hatte es auch ihn hierher gezogen, heute kann man in Badenweiler von einem wahren Tschechow-Kult sprechen. Ob er wohl im Hotel Römerbad residierte? Aus den kleinen Badgasthöfen waren ja schon Mitte des 19. Jahrhunderts renommierte Grand-Hotels geworden. Die enge Verbindung zu Künstlern pflegt man hier immer noch durch die Römerbad-Musiktage oder die Römerbad-Colloquien. In der Mitte des Gebäudes gibt es heute noch eine mehrgeschossige Hotelhalle, wo man von mehreren Emporen aus nach unten in den Veranstaltungsraum sehen kann, wie in früheren Opernhäusern. Vorbei geht’s auch am Großherzoglichen Palais, das im 19. Jahrhundert im Stil der Neorenaissance neu erbaut wurde. Heute findet sich darin ein Artcafé, wo der müde Reisende oder Wellnessgast umgeben von Kunstwerken einen gepflegten Kaffee genießen kann.

Natürlich gibt es noch viele weitere Villen, Kunstwerke und Brunnen zu entdecken.

Und bei all dem ist Badenweiler seit 2000 Jahren dem Thema Gesundheit verbunden. Man badet und spaziert, lauscht Vorträgen und Musik, und wird in der Therme auf höchstem Niveau verwöhnt – nicht umsonst wurde die Cassiopeia Therme mit fünf Wellness Stars ausgezeichnet. Und nicht nur das, auch das Klima wurde erst vor kurzem erneut mit dem Zertifikat Heilklima versehen.

Kräfte tanken Ultra
6 Tage (5 ÜF) im Hotel *** ab 347,- €

1 x Thermalbäder
1.x Rückenmassage (ca. 20 Min.)
1x Rasulbad mit Vulkanit Naturfango
1 x Thermalbäder
1 x Sand-Lichtbad
1 x Body-Relax-Massage (ca. 60 Min.)
1 x Fitness-Salatteller und 1 x frisch gepresster Saft
1 x Thermalbäder
Inkl. Badenweiler KONUS-Gästekarte

Kontakt und Informationen:
Badenweiler Tourist-Information
Ernst-Eisenlohr-Str. 4
79410 Badenweiler

Tel. +49 (0) 7632/ 799-300
Fax: +49 (0) 7632/ 799-399
E-Mail: touristik@badenweiler.de
www.badenweiler.de