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Ratgeber Saunaholz

Nordisches Holz und die Mystik der Hitze

von Martina Frenzel

Aus welchem Holz jemand geschnitzt ist, erweist sich meist erst bei näherem Hinsehen. Das geflügelte Wort gilt in besonderem Maße für Saunakabinen. Denn Sauna ist nicht gleich Sauna, weil Holz nicht gleich Holz ist. So manche Klagen von Saunagängern über Kopfschmerzen oder brennende Augen liegen nicht etwa im falschen Saunabaden begründet. Die Bauweise von Saunakabinen ist für deren Wirkung wichtiger als der Laie zunächst denkt. Beim Saunaklima, also der Art von Lüftung und Strahlung der Wärme, sind die Qualitätsunterschiede riesig. Ein „Sauna-Gourmet“ kann das Klima in Saunakabinen beurteilen. Er unterscheidet das sehr genau, so wie sich für den Weinkenner der Tafelwein von edleren Tropfen abhebt. Wie wirkt nun welches Holz, und was ist bei der Bauweise der Kabine zu beachten? Die Antworten finden sich in Knüllwald. Zentral im Herzen Deutschlands liegt die Flächengemeinde in den nordhessischen Wäldern im Knüllgebirge südlich von Kassel. Dort hat die Firma „Knüllwald Helo Sauna“ ihren Sitz. Vertriebsleiter Patrick Bolte gibt einige Geheimnisse des Saunabaus preis. Gleich in der Ausstellungshalle steigt der Geruch von Holz in die Nase. Das Material ist fast körperlich spürbar.


Holz ist nicht gleich Holz

Nicht nur die Holzsorten für den Saunabau können sich stark unterscheiden, sondern auch die Bauarten. Da gibt es den Massivholzbau und den Elementsauna-Bau. Elementsaunen bestehen aus einer Rahmenkonstruktion aus Holz, die eine Wärmedämmung aus Mineralwolle enthält erhält. Die Massivholzsauna hingegen wird aus massiven Blockbohlen gebaut. Die klassische Massivholzsauna ist aus nordischer Fichte. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie verzugsfrei ist, das Holz verformt bei Hitze und Feuchtigkeit nicht. Die Wärme wird gut aufgenommen und lange gespeichert. Damit ist die Fichte also das klassische Saunaholz. Bei Verwendung von Tanne sind kaum Äste zu sehen, da die Tanne erst im oberen Teil des Baumes Äste schlägt. Hemlock, ein mit der Tanne verwandtes Nadelgehölz, ist ebenfalls ohne Äste. Diese beiden Holzarten sind besonders für feuchtwarme Bäder, so genannte Biobäder mit hoher Luftfeuchtigkeit, besser geeignet, weil sie härter sind und die Feuchtigkeit besser verarbeiten können. Das Holz der Kiefer wird oft für Blockhäuser verwendet. Es ist sehr harzhaltig und hat dadurch ein schönes Aroma, allerdings ist die Gefahr des Harzausflusses auch größer.

Herkunft des Holzes

Umgeben von den dichten hessischen Wäldern des Knüllgebirges könnte man glauben, dort gibt es Holz genug, um Saunen zu bauen, doch weit gefehlt. „Wir verwenden kein heimisches Holz“, korrigiert Bolte, „das kommt alles aus der Polargegend. Dort wachsen die Bäume langsamer weil es dunkler und kälter ist.“ Auf einer Tafel sind die aus dem Schulunterricht bekannten Jahresringe der Bäume zu sehen. „Man sieht, dass die Jahresringe sehr eng aneinander liegen und die Fichte durch die Kälteperiode sehr langsam, aber im Kern sehr hart gewachsen ist. Dadurch konnte das Holz sehr hart werden.“

Wandstärke und Saunaklima

Für Haltbarkeit und Ästhetik ist die Holzsorte wichtig, für das Klima in der Sauna ist dagegen die Wandstärke entscheidend. Je dicker die Wand der Saunakabine, desto „softer“ die Wärmestrahlung. Eine Massivholzsauna hat eine Wandstärke von mindestens 44 Millimeter. Eine Elementsauna hat im geringsten Fall eine Profilholzverbretterung von 12,5 mm innen und außen zzgl. Dämmung mit Alufolio von ca. 40 Millimeter. Die Wand der Elementkabine ist nach außen hin noch durch Alufolie und Mineralwolle verstärkt, die ein Durchlassen der Wärme verhindern. Bolte weist darauf hin, dass es „in jeder geheizten Kabine eine Wärmezirkulation gibt. Die Wärme steigt auf, durchschlägt die Verbretterung bei 12,5 Millimeter relativ schnell und trifft dann auf die Alufolie. Diese strahlt die Wärme sofort auf die Saunagäste zurück. Wenn es in einer gewerblichen Sauna, etwa im Fitness- oder Hallenbadbereich zu Brennen in den Augen kommt, kann das an einer zu dünnen Verbretterung liegen.“ Warum?

Kabinen-Raten

Wie kann ein Saunagast feststellen, in welcher von Art Kabine er sich aufhält? „Das ist an der Verbretterung zu erkennen. Eine horizontale Anordnung des Holzes spricht im Normalfall für Element-, die vertikale für eine Massivholzsauna. Im Zweifelsfall kann der Gast auch einfach an die Wand klopfen, ein hohler Klang spricht für die Elementkabine. Klima und Belüftung zu spüren ist die eine, sie zu verstehen, eine andere Sache. „Ideal fürs Saunabaden ist ein so genanntes „gares Klima“, erläutert der Fachmann. „Die Seitenwände müssen sich erwärmt haben und die Wärme zurückstrahlen. Die warme Luft steigt so hoch und bewirkt eine Luftzirkulation (siehe Abbildung). Wichtig dafür ist eine Zuluftöffnung im unteren Bereich der Kabine hitner dem Saunaofen.“ Wer ein Saunaklima-Kenner werden möchte, mag das Klima an verschiedenen Positionen in einer Kabine und in verschiedene Kabinen und Blockhäusern spüren und vergleichen. So können die Sauna und ihre Kabinen gezielt ausgewählt werden.

Sie haben Fragen? Schreiben Sie an: info@SaunaSauna.de. Weitere Informationen für Fachleute finden sich unter www.wellness-planung.de .

 

 

 


 

 











 

 
     
     
     
 
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