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Das tut gut...

Vielfältig wie die Landschaft sind die Heilmittel der Natur in Niedersachsen


Der Begriff „örtliches Heilmittel“ klingt für viele vielleicht etwas fremd und medizinisch. Und doch hat jeder schon einmal Kontakt damit gehabt. Dahinter verbergen sich die heilenden und stärkenden Kräfte der Natur sowie jahrhundertealtes Wissen um Naturheilkunde, das Kur- und Badeärzte entwickelt haben.

Wer gerade in Thermal- oder Solewasser badet, fühlt sich warm und wohlig, zugleich erfährt er dieses Heilmittel am eigenen Leibe. Im Moor kann man nicht nur wandern, sondern auch baden: Das lindert die Schmerzen und entspannt die Muskeln. Am Meer wurden Thalasso-Anwendungen rund um die Wirkstoffe des Seewassers entwickelt. Die wohltuende Wirkung des Meeres wussten Wellnessfreunde schon immer zu schätzen.

„In Niedersachsen finden sich neben dem KNEIPPschen Heilverfahren fast alle ein Bad kennzeichnenden Heilmittel, die es in Deutschland gibt, so Moor, Schlick, Thermal- und Solewasser, Kohlenstoffdioxid, Schwefel, Jodid, Eisen, Heilklima, Heilstollen. Und dann noch das Meer mit der Nordseesole und dem Meeresklima: in den Nordseebädern werden heute alle Anwendungen rund um Thalasso angeboten“ erklärt Prof. Dr. Dr. Jürgen Kleinschmidt das Spezifische Niedersachsens. Der Experte von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität kennt alle Heilmittel sehr gut, ist er doch für viele Begutachtungen zuständig. Die natürlichen kurörtlichen Heilmittel werden regelmäßig getestet, so dass der Kur-Gast sicher sein kann, immer staatlich geprüfte Qualität vorzufinden.

Jedes dieser örtlichen Heilmittel hat nicht nur seinen spezifischen Wert für das Wohlbefinden, sondern auch seine spezifischen Heilanzeigen, so dass der Suchende problemlos herausfinden kann, in welchem Kurort er gegen welche Beschwerden am besten vorgehen und für sein Wohlgefühl sorgen kann. Im schön bebilderten Katalog des Niedersächsischen Heilbäderverbandes findet man eine praktische Übersicht: Welche Kurorte sind für Hautkrankheiten prädestiniert, welche für Atemwege, Rheumatische Beschwerden oder Kreislauferkrankungen? Bei allen Angeboten verbindet sich Heilung mit Wohlbefinden, da auch das Wellnessangebot benannt wird.

Für die meisten Thematiken findet man mehrere niedersächsische Kurorte zur Wahl. Der Gast kann entscheiden, welche Landschaft, welcher Ort, welches Heilmittel ihm am meisten zusagt. Zur Frage der Krankenkassen-Zuschüsse gibt es hier viele Tipps und eine Info-Hotline des Verbandes.

Wer Wellness liebt und „Gesund-Urlaub machen will“ findet natürlich in all diesen Kurorten ebenfalls Packages mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis.

Doch eines unterscheidet den Katalog von einem echten Besuch der Kurorte: Was sich in der Broschüre nur schwer vermitteln lässt, sind all die Innovationen und Ideen, die Umbauten, Neubauten und Weiterentwicklungen im Bereich Medical Wellness und der alternativen Heilmethoden. „Die wichtigste Aufgabe ist heute, in den Anwendungsbereichen Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Wir interpretieren Traditionelles sehr innovativ.“, erläutert Peer Kraatz, Geschäftsführer des Niedersächsischen Staatsbades Nenndorf, der gerade neue Räumlichkeiten für die Heilmittel Sole, Moor und Schwefel baut. Bei Besichtigung der alten Räumlichkeiten, die demnächst umgebaut werden, sieht man den Unterschied: Damals war noch von „Zellen“ und „Wächtern“ die Rede. Demnächst wird hier, wie schon in anderen Gebäudeteilen Medical-Wellness-Atmosphäre vom Feinsten vorherrschen. Wer also mit Kurorten nur „Tango und Fango“ und altmodische Kurcafés verbindet, wird in Niedersachsen eines Besseren belehrt.

Auch im Küstenbadeort Neßmersiel wurde der Wellnessbereich des Erlebniscenters Sturmfrei gerade von der Tourismus GmbH Dornum übernommen und komplett neu gestaltet. Hier gibt es jetzt auch für Nordseefreunde Ayurveda, Hamam- oder Rasul-Anwendungen sowie brandneue Saunakabinen und ein römisches Tepidarium, in Bad Bederkesa ist ein Ausbau des Kursangebotes im Bereich Gesundheitsförderung in Planung.

Wer die Kurorte Niedersachsens besucht und mit den Kurdirektoren und Therapeuten spricht, für den werden danach beim Lesen des Kataloges die Seiten lebendig: Aufbruchsstimmung ist da spürbar. In Bad Pyrmont, über deren Heilmittel und Wellness-Angebote heiss+kalt schon seit langem berichtet, geht man sogar mit therapeutischen Konzepten direkt in die Betriebe und großen Firmen.

„Wenn die Menschen nicht mehr zu uns kommen können, weil sie beispielsweise Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes haben, dann kommen wir zu ihnen in den Betrieb“, erklärt Kurdirektor Heinz-Hermann Blome das deutschlandweit einzigartige Projekt. Die Kurgesellschaft betreibt bereits zwei Fitness- und Gesundheitsstudios und berät Mitarbeiter in Bezug auf ihre Gesundheit in großen Betrieben der nahen Umgebung. Auch im Bereich Prävention gibt es attraktive Packages und eine enge Zusammenarbeit mit vielen Krankenkassen.

Aus: heiss+kalt 02/2009 Infos: baederland-niedersachsen.de

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