Baden ist gut für die Seele
Kaldewei Studie untersucht die Psychologie des Baden
Bereits im Jahr 2001 legte die Firma Kaldewei repräsentative Studien des Kölner Rheingoldt-Instituts vor, in denen die Psychologie des Badens untersucht wurde. Die Ergebnisse stehen in interessantem Zusammenhang mit der heiss+kalt-Umfrage.
Das Rheingold-Institut hat qualitative Interviews durchgeführt, um der Frage nachzugehen, welche Motive hinter dem Bade-Vorgang stecken. Und ebenso wie in der heiss+kalt-Umfrage ist das Sich-Zeit-nehmen und die Entspannung, das Zu-sich-selbst-kommen im Bad für viele ein wichtiger Aspekt.
Bei den Ergebnissen der tiefenpsychologischen Studie wird allerdings gerade in Bezug auf das Baden außerdem die sog. „Regression“ behandelt. Da heißt es, im warmen Wasser würde häufig eine Auflösung der Körpergrenzen erlebt. Unter Regression versteht man seit Freud die Rückkehr des Menschen zu (meist frühkindlichen) Etappen in seiner Entwicklung, die er eigentlich schon überschritten hat. Diese Regression kann in der Therapie, in der Liebe oder in Träumen sinnvoll sein und zur Verarbeitung beitragen. Für das Baden hieße das, dass man sich in einen glücklichen frühkindlichen Zustand zurückversetzt fühlt, zumal der Mensch ungeboren ja auch im warmen Wasser liegt. Wasser und Wärme erinnern unbewusst an diesen Zustand. Kommt man dann aus der Wanne heraus, ist man entspannt, braucht aber einige Zeit, um sich wieder auf das normale, erwachsene Leben einzustellen. Oder man geht gleich schlafen, um den Zustand im Schlaf noch etwas fortzusetzen.
Nicht für alle Menschen ist dies Gefühl nur mit angenehmen Empfindungen verbunden. Es gibt Menschen (darunter mehr Männer als Frauen), die diese regressiven Gefühle fürchten und lieber vermeiden. Neben positiven Gefühlen können ja durch den regressiven Charakter der Badeverfassung auch Ängste zu Tage treten, die beispielsweise auch bei einer Meditation oder beim Zur-Ruhe-kommen hervorbrechen können.
Der Unterschied zwischen den Geschlechtern wird allerdings heutzutage sicher geringer Diese eher funktional orientierten Menschen führen dann lieber hygienische oder praktische Gründe an, warum sie baden (Sport, aufkommende Erkältung etc.) oder sie bevorzugen ganz einfach eine Dusche, die sie belebt und nicht in diesen passiven Zustand versetzt.
Das Ergebnis der Studie: Nicht jeder badet gleich. Die Untersuchung fand drei Badetypen heraus: den Selbstverwöhner, den Wertigen und den Funktionalen.
Während der Selbstverwöhner (meist Frauen und auch viele Singles) ausgiebige Badezeremonien liebt, haben die Wertigen neben ihrer Gesundheit Design, Materialien und Farben im Augenmerk. Häufig sind dies Paare, deren Kinder schon aus dem Haus sind. Last not least gibt es noch den Funktionalen, der aus hygienischen oder praktischen Gründen in die Wanne steigt, wie um einer Erkältung vorzubeugen.
Gemeinsam ist allen, dass man im Bad auch in einen anderen seelischen Zustand gelangen möchte. Auch in diesem Punkt stimmt die heiss+kalt-Umfrage mit der Rheingold-Studie überein.
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