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Älter werde ich später

von Martina Frenzel    

Der ältere Mann taucht schnaubend in das Tauchbecken ein: „Das tut gut, sehen Sie, ich bin 79 und immer noch fit!“ Die Freunde von Albrecht D. haben die Getränke ausgepackt und machen es sich im Ruheraum bequem. Die Saunagruppe im Kurbad trifft sich schon seit Jahrzehnten, wöchentlich wird gelacht und erzählt.               

Saunabaden - auch im Alter ein Genuss

Vorbei ist die Zeit der Kaffee-Fahrten, längst hat die Generation 50 und 60plus Thermalbäder und Wellness-Urlaube  für sich entdeckt. Angebote wie Wassergymnastik oder Seniorentage werden in allen GMF-Bädern sehr gut angenommen. Saunabaden wird jedoch häufig den „alten Hasen“, den Sauna-Erfahrenen überlassen. Zu Unrecht, meinen Experten. Denn gerade im Alter hat Saunieren viele Vorteile und man kann durchaus damit noch spät beginnen. Schließlich stärkt regelmäßiges Saunabaden das Immunsystem, und das ist gerade für ältere Menschen wichtig. 

Auch Günther Saecker („Älter werde ich später“) hat schon viele vom Saunabaden überzeugt. Neulingen rat Saecker, zunächst den Hausarzt zu befragen und einen Blutstatus machen zu lassen. Aber: „Fragen Sie umgekehrt den Arzt, ob er in die Sauna geht. Wenn nicht, sollten alle Erklärungen schlüssig und verständlich sein,“ erläutert Saecker. „Nicht alle Ärzte sind auch Sauna-Experten.“

 





Foto:
Saunabecken Dahn

 





Foto:
Gartensauna Aquana

Hat Günther Saecker sein eigenes Sauna-Verhalten nach 60 Jahren verändert?

„Ich lege mehr Wert auf die Ruhepausen. Nach dem Schwimmen ruhe ich eine ganze Stunde, zwischen den Saunagängen 20 bis 30 Minuten. Durch eine Schlafbrille, die man von Fluggesellschaften erhält, und Gehörschutz (Ohropax) habe ich im Ruheraum absolute Entspannung.“

Die Sauna-Gruppe um Albrecht D. braucht keinen ärztlichen Rat. „Kommen Sie mit, gleich ist Aufguss!“ ruft D. uns zu, ein 15 Minuten-Aufguss bei 90°C sind für ihn trotz seines Alters kein Problem:

Sauna-Anfänger sollten es langsamer angehen lassen. Die mittlere Bank bei zehn Minuten oder zunächst ein feuchtwarmes Bad mit 70°C (oft Biobad oder Kräutersauna genannt) ist geeignet, um den Körper zu gewöhnen. Wer sich nackt unwohl fühlt kann sich ein Handtuch umschlingen und mit zwei Handtüchern in die Kabine gehen. Schüchternen rät Saecker: „Ich gehe immer vormittags in die Therme, wenn es absolut leer ist.“ Anfänger können dann unbeobachtet experimentieren, Frauen finden eine Kabine für sich allein.

Die Saunagruppe packt jetzt den Sekt aus, die Stimmung steigt. Ein Zigarettchen draußen kann auch niemand verwehren: „Wir brauchen keine guten Ratschläge mehr, wie wir unsere Lebenserwartung in den nächsten 50 Jahren verbessern können“, scherzen sie, „wir machen das seit Jahren so und es geht uns prima!“

Auch „alte Saunahasen“ sind nicht immer als Vorbild für Neulinge geeignet. Gerade in Bädern mit reichhaltigen Badeangeboten werden aus gesundheitlicher Sicht Fehler begangen. „Ältere Gäste sitzen beispielsweise zwischen den Saunagängen im warmen Thermalwasser, damit bringen sie die ganzen Wechsel von heiß und kalt durcheinander. Wenn der Gast dann zusätzlich noch Alkohol trinkt, kann er auch mal umkippen“, warnt Saecker.

Ruhepausen braucht die Gruppe um Albrecht D. dagegen nicht. Sekt und O-Saft sind geleert, dem Anfänger wurde etwas angeboten. „Das bekommt Ihnen prima nach der Sauna, Sie werden sehen!“, locken Sie. Doch der Anfänger hält sich lieber an die Ratschläge von Experten: Apfelschorle oder Wasser schmeckt jetzt auch.

aus heiss+kalt 03/2006

 

 

 

Quelle: heiss+kalt, 02-2006

 

 
 
 
 
     
 
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