Sauna Suche

Sauna-Deutschland
Sauna-Österreich
Sauna-Schweiz
 
Rund ums Saunieren
Richtig saunieren
Mehr als Schwitzen
Frauen-Special
Ursprünge
Sauna-Typen
Anwendungen
Sauna-Archiv
   
Ratgeber
Saunabau
Infrarot
Massivholzsauna
Blockhaussauna
Saunaholz
Fass-Sauna
Gartensauna
Sauerstoffsauna
Saunasteuerungen
Aufgussmittel
Saunaofen
Saunasteine
Sauna-Einrichtung
Sauna-Renovierung
Dampfbad
Naturbadeteiche
Saunaliegen
Multifunktions-
Kabine
Saunazubehör
Consulting
Saunalicht
   
Marktplatz
Händlerverzeichnis
Sauna-Hersteller
Händlersuche
Sauna-Shop
Infrarot-Shop
Schwimmbad
Händler
Whirlpool-Shop
Weiterbildung
Betreiber-Shop
Hamam
   
Sauna Community
Der Sauna-Meister
Mitsaunzentrale
Gewinnspiele
Fachforum
   
Service
Sauna-Reisen
Sauna-Events
Buchtipps
Fachzeitschriften
Neueröffnungen
Newsletter
Wellness Reisen
   
Kunden-Login
Name:
Passwort:
Login | Sauna-Eintr.
 
 

   

"Saunen zum Staunen!"

Heisse Sauna Angebote: www.Holzprofi24.de

   
     
   

 


aus "heiss+kalt" - das Magazin für Wellness und Sauna


 

Trinken vor und nach dem Saunabad?

 

Nach der Sauna einen kräftigen Schluck Wasser oder Apfelschorle! Dieser Ratschlag ist den meisten Saunagängern bekannt, nur wenige gehen direkt vom Aufguss in der Sauna zum „Aufguss mit Bier“ über. Ob und wie viel jedoch vor oder zwischen den Saunagängen getrunken werden soll – darüber gibt es Meinungsunterschiede.

heiss+kalt fragte die Ernährungswissenschaftlerin Anja Krumbe, die sich seit langem mit der Wirkung von Mineralwasser beschäftigt, und Prof. Dr. Dr. Kleinschmidt, Leiter des Fachbereichs Kurortmedizin am Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften der Universität München.

Wasserdefizite sind gefährlich für den Körper

Interview mit Anja Krumbe

 

h+k: Wieso ist Wasser für den Körper so wichtig?

 

Krum: Der Körper eines Neugeborenen besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Mit steigendem Alter sinkt der Wassergehalt im Körper ab, da das Wasserbindungsvermögen der Zellen nachlässt. Aber selbst im Alter von 85 Jahren besteht der Körper noch zu 50 Prozent aus Wasser. Wasser, das vielfältige Funktionen im Körper erfüllen muss. Als Baumaterial für die Zellen, als Partner bei chemischen Reaktionen und als Transport - und Lösungsmittel zum Beispiel im Blut und in den Verdauungssäften. Nicht zuletzt dient das Wasser in Form von Schweiß als Kühlmittel. Ohne diese Funktion würden wir einen Saunagang oder einen Zehn-Kilometerlauf nicht überleben – wir würden überhitzen.

Alle Körperorgane bestehen zu einem Großteil aus Wasser. Organe, wie das Gehirn, das mit 74 Prozent Wassergehalt zu den wasserreichen Organen gehört, leiden sogar doppelt bei Wassermangel. Denn Organe werden überwiegend durch das ebenfalls sehr wasserreiche (83 Prozent) Blut versorgt. Mangelt es an Wasser, wird das Blut zähflüssig und kann die Organe nur unzureichend versorgen. Die vielfältigen Funktionen machen die Bedeutung für die Gesundheit des ganzen Körpers deutlich. Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Unwohlsein, Kreislaufprobleme, Verstopfung, trockene Schleimhäute, Knitterfältchen in der Haut und Krämpfe sind nur einige Symptome, die durch ein Wasserdefizit auftreten können.

h+k: Wie funktioniert die Wasserbilanz im Körper?

Krum: Das Problem: Täglich gehen über Niere, Darm, Haut und Lunge mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit verloren. Da der Mensch nur begrenzte Möglichkeiten hat, Wasser im Körper zu speichern, ist er auf eine regelmäßige Zufuhr von außen angewiesen.

h+k: Wieviel sollte man täglich trinken?

Krum: Ein abwechslungsreicher Speiseplan mit viel Obst und Gemüse liefert bereits rund einen Liter Flüssigkeit. Unter normalen Bedingungen, d. h. weder Sport noch Sauna noch extreme Klimaeinflüsse, reichen entsprechend 1,5 Liter, um die Wasserbilanz auszugleichen.

h+k: Wie viel sollte man an einem Saunatag trinken?

Krum: Jeder Flüssigkeitsverlust, der zusätzlich auftritt – durch Sauna, Sport, Klima, Erkrankung, usw. muss ausgeglichen werden. Für Sauna und Sport lassen sich die Wasserverluste relativ einfach ermitteln. Steigen sie einfach vor und nach Sauna oder Sport – nach Möglichkeit beide Male unbekleidet – auf die Waage. Der Gewichtsverlust (in Kilogramm) entspricht ungefähr dem Flüssigkeitsverlust (in Litern), der durch Getränke wieder aufgefüllt werden muss.

h+k: Welche Getränke sollten getrunken werden?

Krum: Um dabei keine unnötigen Kalorien zu „tanken“, dafür aber Mineralstoffverluste auszugleichen, bietet sich als Getränk Mineralwasser an. Entscheidend für die nötige Wasseraufnahme nach dem Saunieren ist entsprechend der Flüssigkeitsverlust und nicht das Durstgefühl! Der Durst lässt sich meist viel leichter und schneller löschen, als das Defizit aufgefüllt ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass es sogar bis zu 36 Stunden dauert, bis Wasser – und vor allem auch Elektrolytverluste – wieder ausgeglichen sind und das Wasser im Körper wieder alle Funktionen optimal erfüllen kann.

h+k: Was passiert, wenn man vor dem Saunieren nicht ausreichend getrunken hat, d. h. bereits dehydriert in die Sauna geht?

Krum: Damit das Wasser im Körper seine Funktion als „Kühlmittel“ erfüllen kann, ist es notwendig, vor dem Gang in die Sauna für eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz zu sorgen. Die dann in der Sauna auftretenden kurzfristigen Flüssigkeitsverluste sollten dann anschließend in jedem Fall ausgeglichen werden – auch über den Durst hinaus.

Führt Schwitzen in der Sauna zur Entschlackung des Körpers?

Interview mit Prof. Jürgen Kleinschmidt

h+k:       Im Internet kann sich der Sauna-Interessierte Ratschläge herunterladen. Eine Empfehlung des Deutschen Sauna-Bundes läuft darauf hinaus, das Trinken möglichst bis nach dem letzten Saunagang zu verschieben. „Wer auf die Entschlackung Wert legt, sollte zwischen den Saunagängen nichts trinken“, heißt es. Dies liegt wohl an den Vorstellungen aus der Volksmedizin, wonach kräftiges Schwitzen zu einer Entschlackung des Körpers führt. Mit dem Schweiß, so meint man, werden Stoffwechselendprodukte, Gifte usw. ausgeschieden und so der Stoffwechsel entlastet.

Entspricht diese Vorstellung modernen Erkenntnissen?

KLE:      Da werden offenbar verschiedene Gesichtspunkte vermischt, die man auseinander halten sollte. Wenn ich auf eine kurzfristige „Gewichtsabnahme“ abziele, etwa als Judoka, der in einer bestimmten Gewichtsklasse starten will und dazu „Gewicht machen“ muss, dann wäre es natürlich unsinnig, die ausgeschwitzte Körperflüssigkeit gleich nach der Sauna wieder durch trinken auszugleichen. Das hat aber mit Entschlackung nichts zu tun. Im Gegenteil, durch das sinkende Flüssigkeitsvolumen steigt die Konzentration der Elektrolyte und anderer Blutbestandteile sogar erst einmal an.

h+k:       Beim Schwitzen in der Sauna wird dem Gewebe ja kurzzeitig Flüssigkeit entzogen, die nach der Sauna durch Trinken wieder ersetzt wird. Wird nicht auf diese Weise das Gewebe vermehrt durchspült und damit entschlackt?

KLE:      Ein vermehrtes Durchspülen bedingt ein erhöhtes Durchflussvolumen durch Niere, Leber und andere Filtergewebe. Diese „Durchspülleistung“ hängt wesentlich vom Herzminutenvolumen ab. Damit hinreichend Volumen zur Verfügung steht, wird sogar vorher ödematösem Gewebe, das heißt krankhaften Ansammlungen von Flüssigkeit im Körper, Wasser entzogen, wobei dann auch ein Teil der im Gewebewasser gelösten Stoffe in die Blutbahn gelangt und nunmehr effektiv mit der hohen Umlaufmenge u. a. in Leber und Niere gefiltert werden. Das ist wohl der erhoffte „Entschlackungsprozess“ in einer Sauna.

h+k:       Also vielleicht eine andere Erklärung, aber im Ergebnis richtig: Die Sauna entschlackt.

KLE: Halt, halt, halt – wenn schon, dann auch richtig differenziert: Diese Wirkung tritt nur bei Personen mit Ödemen ein. Da aber Ödeme aus ihrer Vorgeschichte begründet sind, dabei oft als Folge einer unzureichenden Herzleistung, sollte dann schon der Arzt entscheiden, ob trotz des damit regelmäßig verbundenen Niederdrucks überhaupt Wärmeanwendungen wie die Sauna angezeigt sind.

h+k:       Und was soll jetzt vor der Sauna passieren? Macht man etwas falsch, wenn man mit dem Trinken bis nach dem Saunabad wartet?

KLE:      Vor der Sauna sollte der Wasserhaushalt ausgeglichen sein. Man braucht also nicht zwangsläufig trinken. Und „auf Vorrat trinken“ ist sogar kontraproduktiv beim „Gewicht machen“ wie auch beim „Ödeme vermindern“, mit und ohne erhoffte „Entschlackung“. Zusammengefasst: Die durch das Schwitzen angeregten Flüssigkeitsverschiebungen zwischen verschiedenen Körpergeweben sind erwünscht, weil sie physiologische Vorgänge als Gegenregulationen üben. Das Schwitzen in der Sauna und der damit verbundene Wasserverlust bedürfen bei Normalgesunden keiner vorhergehenden vorsorglichen Flüssigkeitsaufnahme, solange nicht schon vorher ein Durstgefühl signalisiert, dass  der Wasserhaushalt NICHT ausgeglichen ist. Das Trinken nach dem Saunabaden ist im Sinne der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes umso wichtiger. Ob dabei auch „Schlacken aus dem Gewebe gespült“ werden, hat nur marginale Bedeutung. Durch Schwitzen in der Sauna werden hingegen wichtige physiologische Umstellungen im Körper aktiviert, die unter den Lebensbedingungen unserer Zivilisationsgesellschaft nur selten trainiert werden. Dazu gehört auch, nach dem Saunabaden den Durst zu löschen

 

 
 
 
 
 
 
     
 
Partner: