Wellnessberufe in der Bäderbranche
Die Bäderbranche hat sich in den letzten Jahren stark verändert und dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Vom klassischen Schwimmbad oder Hallenbad mit Sauna geht die Entwicklung hin zum Fun-, Familien-, Sport-, Tauch-, aber vor allem immer auch Wellnessbad.
Wellnessdienstleistungen, wie Sauna, Massage und Bewegungsangebote werden heute in fast jedem Bad angeboten. Was ist jedoch der Unterschied zu früher, denn es gab Sauna, Massage und Bewegung schon vor dem Wellnessboom?
Der entscheidende Unterschied liegt in der Professionalisierung und in der Idee. Die Wellnessidee beinhaltet den eigenverantwortlichen Umgang mit der Gesundheit auf der Basis von messbaren Parametern, wie z.B. den Body-Mass-Index, Blutwerten und Blutdruck, sowie dem subjektiven Wohlgefühl. Ebenso gehören Bewegungsaktivitäten, Ernährungsgewohnheiten, Umgang mit Stress, das soziale Beziehungsgefüge, der Beruf, das Engagement für Umwelt und Natur, sowie der spirituelle Hintergrund des Lebens dazu.
Dies bedeutet in der Folge, dass Qualifikationen wie Medizinischer Bademeister, Saunameister oder Medizinischer Masseur alleine nicht mehr ausreichen um eine umfassende Wellnessdienstleitung anzubieten. Es sind daher neue Weiterbildungen und auch Ausbildungen rund um Wellness entstanden, wie zum Beispiel der Wellnesstrainer.
Es finden sich viele Angebote am Markt, sowohl an Weiterbildungen, als auch an Ausbildungen. Grundsätzlich ist es ratsam auf die Qualität des Anbieters und des angebotenen Seminares zu achten. Hier gibt es klare Aussagen vom Deutschen Wellness Verband, die auf ihrer Internetseite zertifizierte Anbieter und Angebote vorstellen.
Inhaltlich ist der Wellnesstrainer umfassend ausgebildet. Zu den Grundqualifikationen zählen Wellness-, Sport- und Gesundheitswissenschaften, medizinische Kenntnisse, psychologische und kommunikative Fähigkeiten, betriebswirtschaftliche Kenntnisse, sowie Massage, Bewegung und Fitness, Entspannungsverfahren und Ernährung.
Eine besondere Bedeutung kommt der Einstellung und Haltung eines Wellnesstrainers zu. Er soll Menschen motivieren und unterstützen zu einem gesünderen Lebensstil und zu mehr Wohlgefühl. Um dies zu erreichen setzt er sich in seiner Ausbildung selbst mit diesen Themen auseinander und entwickelt daher eine dem Kunden dienende, mitfühlende und freudig motivierende Haltung und Einstellung.
Somit ist der Wellnesstrainer in der Lage informierend und beratend tätig zu sein, aber auch massierend und einen Aufguss zelebrierend. Er führt Bewegungsangebote im Wasser durch und leitet Kurse in Entspannung und Stressbewältigung. Er ist aufgrund seiner Ausbildung kreativ und gestaltet so das Angebotsspektrum des Bades oder der Therme mit, so dass ein einzigartiges Programm für den Kunden entsteht.
Christoph Hasenstab
Vipendo Akademie für Gesundheitsberufe
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