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Schwitzen bis ins hohe Alter

Weltweiter Experte in Sachen Sauna - so sieht sich Günter Saecker. Und in der Tat dürfte es nicht viele Menschen geben, die über 60 Jahre hinweg Saunen in aller Herren Länder besucht haben. Sein Lebensthema hat den 88 jährigen fit und vital gehalten. Krankheiten, selbst Erkältungen, sind Ihm fremd. Alles begann1950 in Hamburg. Günter Saecker der vor dem Krieg Rechtsanwaltsgehilfe war, arbeitete als Krankenpfleger. Saunieren war damals in Deutschland noch kaum bekannt. Erst wenige Jahre vorher sollen finnische Olympioniken Ihre heimische Art des Schwitzbades mitgebracht haben. Günter Saecker ist neugierig und wird gleich beim ersten Versuch vom Saunafieber gepackt.

Wohltuend! Nachhaltig! Spürbare Entspanunng!

Seit mehr als einem halbem Jahrhundert ist keine Woche vergangen, in der der Bayreuther nicht seiner Leidenschaft gefrönt hat. - obwohl seine Frau dem garnichts abgewinnen kann. Durch seine Tätigkeit auf einem Passagierschiff - später wurde er Bademeister - lernte er Saunen auf der ganzen Welt kennen. Am besten gefallen haben ihm die in Österreich. Die sind dort enorm vielseitig und haben tolle Ideen, sagt er. Sein Favorit in Deutschland ist Erding.

Wichtig: Grundregeln einhalten !

Das Wichtigste beim Saunagang , so rät Herr Saecker, ist die Einhaltung der Grundregeln: Vor dem Saunieren Duschen , aber nicht mit nassen Körper in die Hitze gehen, weil das das Schwitzen behindert. Alle Probleme draußen lassen, völlig abschalten. Saecker nutzt in den Pausen eine Dunkelbrille aus dem Flugzeug, spricht während des gesamten Aufenthaltes niemals und aktzeptiert als Ablenkung allenfalls sanfte Musik. Konzentriert legt er sich auf die Saunabank, sodass der Körper einer einheitlichen Temperatur ausgesetzt ist.

Nach 15 min folgt ein kalter Kneippguss: rechtes Bein, linkes Bein, Rücken, dann der herzferne rechte Arm, zuletzt der linke. Bei der Abkühlung im Tauchbecken bleibt der empfindliche Kopf draußen, da sonst Kopfschmerzen die Folge sein könnten. Frische Luft lässt die Lungen abkühlen, ein warmes Fußbad weitet die Gefäße und regt sie an.

Ein Fön erspart Fußpilz

Dank Badelatschen und dem Einsatz eines kleinen Reiseföns zur Trocknung der Zehenzwischenräume ist Fußpilz dem weltläufigen Bayreuther über all die Jahrzehnte erspart geblieben. Nach 20 min Pause folgt der nächste Gang. Am Ende wird reichlich Flüssigkeit nachgefüllt-Mineralwasser, kein Bier, auch kein Saft, und die Haut mit einer rückfettenden Creme gepflegt. "Auf keinen Fall nochmals abseifen! Das Schwitzen ist die beste Hautreinigung, Seife würde nur die nun geöffneten Poren wieder verstopfen", rät der erfahrene Saunakenner.

Günther Saecker hält Saunaaufgüsse für modischen Schnickschnack: "Das ist ein Ritual, das hat mit echter Sauna nichts zu tun", und er ist entschlossen bis an sein Lebensende weiter zu schwitzen. So gut wie ihm dies bekommt, wird dies noch eine ganze Weile sein, vielleicht sogar bis zum 70. Sauna Jubiläum.

 

Sauna in Stichworten

Aufgüsse basieren auf dem physikalischen Prinzip, dass Verdunstung kühlt beziehungsweise Niederschlag wärmt. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit, sodass weniger Feuchtigkeit auf Haut und Atemwegen verdunstet. Ein Teil der Feuchtigkeit schlägt sich auf der Haut nieder. Beides erhöht das Empfinden der Hitze. Das wird noch verstärkt, wenn durch Wedeln eine isolierende Luftschicht von der Haut verdrängt wird.

Herzschlag und Kreislauf werden durch die Hitze angeregt. Der Puls beschleunigt, es wird etwa doppelt so viel Blut pro Minute gepumpt wie im Ruhezustand. Dies ist jedoch immer noch nur die Hälfte der maximal möglichen Leistung. Kälte bremst den Kreislauf wieder. Der Wechsel ist das eigentliche Gefäßtraining.

Bluthochdruck ist kein Grund, auf den Saunabereich zu verzichten, doch sollte bei Problemen mit dem Blutdruck einiges beachtet werden. Wärme weitet die Gefäße, sodass der Blutdruck sinkt. Kälte verengt sie. Hochdruckpatienten sollten dadurch auf das Tauchbecken verzichten und nur behutsam mit Güssen abkühlen. Wer niedrigen Blutdruck hat oder Medikamente zum Absenken nimmt, sollte berücksichtigen, dass die Wärme den Druck weiter senkt. Um den Kreislauf zu schonen, sollte man in der Sauna liegen, die letzten zwei Minuten jedoch sitzen.

Venenleiden stehen nach Ansicht des Deutschen Saunabundes dem Besuch im Schwitzbad nicht entgegen, da die an sich ungünstige Wärme nur kurzzeitig und im Wechsel mit Kälte auf die Gefäße einwirkt. Raues Abtrocknen und Massieren tut Venen gut.

Künstliche Gelenke vertragen Saunaklima. Die Wärmeregulation des Körpers sorgt dafür, dass die Haut nicht wärmer als 42 Grad wird. Selbst ein direkt darunter liegendes Implantat kann darum nicht als heißer werden. Sowohl Gelenk als auch der Knochenzement vertragen geringfügige Einwirkungen.

Diabetiker sollten sich vor einem Saunabesuch ärztlich beraten lassen. Die Wärme beschleunigt die Wirkung von Insulin, sodass es zur Unterzuckerung kommen kann, wenn dies nicht berücksichtigt wird. Bei Herz-Kreislauf-Problemen durch die Zuckerkrankheit oder Augenproblemen kann außerdem der Blutdruckanstieg beim Abkühlen problematisch sein.

Abnehmen wird man durch Saunabesuche nur sehr vorübergehend. Um wie eine Weihnachtsgans Fett abzuschmelzen, reichen die Temperaturen nicht. Der Gewichtsverlust durch den Entzug von Wasser ist rasch wieder ausgeglichen.

Schwangerschaft steht dem Saunabereich nicht entgegen. Sonst wären die Finnen schon ausgestorben.

Hygiene ist beim Saunieren wichtig, da die Hitze keineswegs sterilisiert. Daher vor dem Schwitzen gründlich duschen, in der Kabine Saunatuch unterlegen, wegen Gefahr von Fußpilz Badelatschen nicht vergessen. Nach dem Saunagang sollte man sich nicht erneut abseifen. Das Schwitzen selbst reinigt die Haut und die geöffneten Poren würden sonst nur wieder verschlossen, außerdem könnte Seife die nun empfindliche Haut reizen. Sinnvoll ist jedoch das Eincremen, um der Haut Fett zurück zu geben.

Nackt in die Sauna zu gehen, ist zwar hierzulande üblich, nötig ist das nicht. In den meisten anderen Ländern – ausgenommen Skandinavien – sollte man dies nicht tun, wenn man kein Aufsehen erregen möchte.

Schmuck sollte abgelegt werden. Solange er kontinuierlich mit dem Körper in Kontakt ist wie ein Ehering, passiert zwar nichts. Ketten, Armbänder und Ohrringe können sich jedoch so aufheizen, dass man sich daran verbrennt.

Durchgefroren in die Sauna zu gehen, um sich dort aufzuwärmen, ist keine gute Idee. Erst akklimatisieren, sonst überfordert man den Körper.

Erkältung auszuschwitzen ist ebenfalls nicht ratsam. Regelmäßige Saunagänge sollten das Immunsystem fit halten und so Infekten vorbeugen. Hat es einen jedoch bereits erwischt und eine Erkältung ist im Anzug, sollte man sich besser erst in Ruhe auskurieren.

 

Günter Saecker, Sauna Experte

Tel: 0921 - 480376

Sprechzeiten Mo, Mi ,Fr 17.00 - 18.00 Uhr