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Sauna und Haut


Die Haut hält unseren Feuchtigkeitsgehalt im Gleichgewicht, deswegen ist es auch so spannend im Zusammenhang mit Sauna über die Haut nachzudenken. Die Haut ist eine Art Thermostat, denn über 700 000 Messfühler des Nervensystems sind über unsere Haut verteilt.
 
Wozu ist Schwitzen gut?


Das Schwitzen hat unter anderem die Aufgabe, den Temperaturausgleich im Körper herzustellen. Denn dieser produziert z.B. durch Stoffwechselvorgänge ständig mehr Wärme als gebraucht wird. Um die Temperatur des Körpers und den Wasserhaushalt im zu regulieren, schwitzen wir täglich ca. einen halben Liter Flüssigkeit aus. Die Flüssigkeit wird von den Schweißdrüsen an die Hautoberfläche abgegeben. Bei Hitze oder großer Anstrengung kann die Flüssigkeit natürlich auch noch mehr Liter betragen. Durch die Feuchtigkeit auf der Haut, (den Schweiß), entsteht eine Verdunstungskälte, die den Körper kühlt und dazu beiträgt, dass er auch bei Anstrengungen eine Körperkerntemperatur von ca. 37 Grad behält. Auch der Säureschutzmantel der Haut wird durch das Schwitzen gebildet und so ein Eindringen von Bakterien verhindert.
Es sind viele Funktionen, die der Schweiz so erfüllt! Voraussetzung ist allerdings, dass der Körper ausreichend Flüssigkeit erhält, d.h. dass täglich ausreichend Wasser, Schorle, Früchte oder Kräutertees getrunken werden.
 
Bei hohen Außentemperaturen, so auch in der Sauna, nimmt die Wärmebildung im Körper zu. In der Sauna kann die Körperkerntemperatur bis ein Grad oder etwas mehr steigen. Die körpereigene Thermeregulation steuert sofort dagegen: die Blutgefäße der Haut erweitern sich, so dass mehr Blut hindurchfließen kann und so auch mehr Wärme abgestrahlt werden kann. Wenn das nicht ausreicht, um die Temperatur zu regulieren, wird die Produktion des Schweißes gesteigert. Das geschieht „automatisch“, d.h. es kann durchs Bewusstsein nicht gesteuert werden.
 
Es gibt Menschen, die schwitzen bei Anstrengungen oder aus Scham, Frauen haben Hitzeanfälle in den Wechseljahren. Andere wiederum schwitzen zu wenig. Geübte Saunagänger schwitzen in jedem Fall leichter, so dass der Körper schnell wieder die Tempertaur regulieren kann. Das ist gut bei Wetterwechsel, Verkühlung, wenn man Klimaanlangen oder anderen Temperaturwechseln ausgesetzt ist.
 
Wir wirkt die Sauna auf die Haut?
 
Durch die oben beschriebene Erweiterung der Gefäße wird die Haut durch die Sauna gut durchblutet. Eine Studie der Dermotologischen Klinik in Jena hat ergeben: Schwitzen „trainiert“ die Haut, sie trocknet danach weniger aus und die Durchblutung der Haut ist besser. Ob es daran liegt, dass die Finnen sagen „nie ist eine Frau so schön wie nach der Sauna“?
 
Für die Untersuchung wurde bei den Probanden die Werte der Haut gemessen, ihr Gehalt an Feuchtigkeit, an Fett, der Verlust von Wasser oder Salz und auch die Durchblutung der Haut. Ergebnis: die Haut von Saunafreunden gewöhnt sich schneller an die Hitze. Sie weist eine bessere Durchblutung und einen besseren Säureschutzmantel auf. Noch ein guter Effekt: Dieser Säureschutzmantel verhindert, dass man beim Schwitzen zu viele Mineralstoffen verliert. Regelmäßiges Saunieren erhöht die Wasserspeicherkapazität der Haut und hält die Haut feucht.
 
Auch bei Akne wirkt Saunabaden positiv: der auf der Haut entstandene Talg kann besser abfließen. Die Durchblutung der Haut wird ja angeregt und so lassen sich auch die Hautunreinheiten der oberen Hautschicht besser abreiben. Verstärkt wird das durch Salz oder Saunahonig, durch Einreiben von allem, was den sog. Peeling-Effekt hat. Auch die kleinen Körner von Weintrauben werden bei Vinotherapie für Peeling verwendet. Besonders gut ist dabei basisches Salz, da der PH-Wert der Haut gesenkt wird, und die Haut so noch tiefer gereinigt wird.

 

 
Wird die Haut durch die Sauna trocken?


Ein gängiges Vorurteil besagt, dass die Haut in der trockenen Sauna austrocknet, im Dampfbad dagegen gut „befeuchtet“ würde. Das stimmt jedoch nicht: die Haut bekommt auch in der trockenen Sauna eine optimale Durchblutung und Wassersättigung.
 
Bei Menschen mit trockener Haut bildet die Haut weniger Talg, weniger Schweiß und auch weniger Hautschüppchen. Hier wurden aber bei regelmäßigem Saunabaden gute Erfolge verzeichnet. Die Betroffenen sollten zwar vorsichtig beginnen, aber die Sauna ist ein regelrechtes Schwitztraining und auch der Juckreiz geht bei vielen Betroffenen gerade auch durch die Abkühlung und Duschen in kaltem Wasser zurück. Bei sehr trockener Haut und Neurodermitis sollte die Haut nach der Sauna mit geeigneten Cremes oder Ölen einreiben. Dies sollte direkt n biach dem Saunabaden geschehen, solange die Haut noch warm ist und die Wirkung der Mittel verbessert wird.
 
Vor dem Auflegen von Hautmasken vor der Sauna wird allgemein gewarnt, da die Hitze hier auch eine negative Wirkung ausüben kann. Honig-Anwendungen in der Sauna verhindern zunächst das Schwitzen, da der Honig die Poren verstopft und das Schwitzen verhindert wird. Die Honig-Anwendung ist aber eine schöne Hautanwendung, da der Honig reinigend und desinfizierend wirkt und schon seit der Antike als Heilmittel angewendet wird. Viele öffentliche Bäder bieten die Honig-Anwendung aus hygienischen Gründen im Dampfbad an, denn mit Honig verklebte Handtücher verschmutzen bekanntlich auch die anderen Saunakabinen.

 

Auf das eigene (Haut)Gefühl vertrauen - Fragen an die Kosmetikerin
 

Alle Frauenmagazine sind voll von Schönheits- und Hautpflege-Tipps.
 
Wir wollen als Wellnessmagazin und Saunaportal das Thema etwas anders behandeln, nämlich von der Wohlfühlseite her. Was sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Fehler, die in Sachen Hautpflege gemacht werden?
 
Der häufigste Fehler ist, dass viele Menschen nicht ihrem eigenen Gefühl vertrauen. Ich hatte z.B. gerade eine Kundin, die hat sich nachts immer eine sehr reichhaltige Creme auf die Haut gerieben, obwohl sie gemerkt hat, dass ihr das unangenehm ist. Nachts entgiftet die Haut ja, es ist unser Ausscheidungsorgan. Wenn die Poren verstopft sind, wird die Hautatmung eingeschränkt, sie entwickelt keinen eigenen Talg mehr und sie kann ihre natürliche Funktion nicht mehr wahrnehmen. Dadurch entstehen dann wiederum Trockenheitsfältchen..
Nachts sollte die Haut ewas bekommen, das diesen Ausscheidungsprozess unterstützt wie Kräuter und Vitamine, nicht zu viel Fett.
 
Wie sollte man sich nach der Sauna pflegen?
Es sollte keine Seife oder Duschgels verwendet werden, denn die Haut ist gut gereinigt nach dem Schwitzen. Nicht umsonst diente das Schwitzbad ja ursprünglich der Reinigung.
 
Durch das Schwitzen hat die Haut allerdings reichlich Talg abgesondert und deswegen sollte man der Haut Öl geben, damit der PH-Wert wieder ausgeglichen ist. Fett und Feuchtigkeit der Haut sollen immer im Verhältnis 50/50 stehen, halb Fett, halb Wasser. Die Feuchtigkeit führen wir dem Körper – hoffentlich - durch ausreichendes Trinken zu. Um den Fettgehalt wieder herzustellen, sind besonders Öle wie Sesamöl geeignet, die die Entgiftung der Sauna verstärken. Wenn die Haut noch warm ist sind die Porten geöffnet und die Öle lassen sich besonders gut einreiben. Viele Öle dringen innerhalb von Sekunden in die Haut ein und sind beim Ankleiden schon eingezogen. Wenn man zur Lotion greift, sollte man darauf achten, dass nicht zu viele Tenside enthalten sind, die die Haut verkleben.
 
Wie wichtig ist Ihrer Ansicht nach die Kosmetik und Hautpflege von außen im Vergleich zur „Hautpflege“ von innen wie beispielsweise die richtige Ernährung?
Die Pflege „von innen“ macht meiner Meinung nach sicher 80 von 100% aus. Das ist einerseits die Ernährung aber auch insgesamt, die Art wie man mit sich selbst umgeht.
Ich frage meine Kunden daher, wie sie sich ernähren. Beispielsweise verschlackt bei Einnahme von  zu viel Milchprodukten bei Frauen das Bindegeweben und bei Mineralwasser sollte man unbedingt Wasser ohne Kohlensäure trinken.
 
Stimmt für Sie der berühmte Satz, dass die Haut „der Spiegel der Seele“ ist?
Ja, das finde ich absolut faszinierend. Beispielsweise kenne ich Männer, die ein Selbstbild von sich haben, dass sie ganz robust sind und das sind sie sicher auch in vielen Aspekten. Aber ihre Haut zeigt sich empfindlich, d.h. die Haut weist sie damit auf ihre empfindliche Seite hin. Die Haut zeigt eine Seite von mir, die ich vielleicht nicht unbedingt wahrnehmen will.
Oder Frauen klagen über ihre empfindliche Haut während der Menstruation. Dabei sollten wir wissen, dass sich der Körper während der Menstruation reinigt und dafür Zeit braucht. Die Empfindsamkeit der Haut – und damit auch der Seele - ist ja eigentlich auch etwas Schönes, wenn ich sie annehmen kann und mir Zeit dafür nehme.