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Sauna: Eine andere Welt erleben

Interview mit Saunaexperte Günther Säcker (88)

heiss+kalt: Herr Säcker, Sie gehen seit über 60 Jahren in die Sauna. Was bedeutet die Sauna für Sie persönlich?

Säcker: Sauna ist für mich ein Höhepunkt meiner Empfindungen. Ich bin, wenn Sie so wollen, verheiratet mit der Entspannung. Ich gehe wöchentlich ein bis zweimal in die Lohengrin Therme in Bayreuth, oder ich erwärme meine kleine Heimsauna im Keller, wo ich bei 60°C , aber mit frischem Kopf (der Kopf ist außerhalb der Wärme) eine Stunde lang gemütlich sitze. Ich mache die Augen zu und entspanne. Ich lasse mich gehen, die Hitze steigt langsam hoch, es ist …. (er lacht) ein bisschen wie Diogenes in der Tonne.

heiss+kalt: Können Sie auch mit kleinen Beschwerden die Sauna besuchen?

Säcker: Man hat natürlich auch ein paar Zipperlein wie zum Beispiel Probleme mit der Wirbelsäule. Aber nach der Sauna verlieren sich diese Beschwerden durch die bessere Durchblutung. Ich habe noch nie Grippe und noch nie eine Erkältung gehabt. Mein Kreislauf und mein Blutdruck sind immer noch stabil. Natürlich spielt auch das positive Denken spielt eine Rolle … (verschmitzt).

heiss+kalt: Inwieweit kann die Sauna positiv gegen Stress wirken?

Säcker: Sauna ist für mich die beste Möglichkeit, Stress abzubauen. Der Anstieg der Körpertemperatur führt zu einer Steigerung des Stoffwechsels und dadurch entspannt der Körper. Die Temperaturwechsel bewirken eine Anpassung des Kreislaufs – gerade Stress hat ja häufig Kreislaufschwankungen zur Folge. Sauna bewirkt hier eine vegetative Umstimmung und eine Dämpfung der Nervosität. Auch die Psyche wird positiv angeregt: Wenn ich mich erfrische und ins kalte Wasser springe, fallen alle negativen Belastungen ab. Der Körper ist so beschäftigt mit den Heiß-Kalt-Wechseln, dass die negativen Gedanken versinken, zurückgestellt werden, im wahrsten Sinne des Wortes untertauchen.