Sauna als Genuss - Reinigung von Körper und Seele
Als in Deutschland die Menschen vor und nach dem 2. Weltkrieg begannen zu saunieren, stand wie auch schon bei der Ur-Sauna der Finnen, die Gesundheit im Vordergrund. Die Tradition bei der originalen Ur-Sauna , geht jedoch auf mythische, soziale und religiöse Rituale zurück. Die Ur-Sauna der Finnen war verknüpft mit den Brauchtümern der Agrar- Gesellschaft Finnlands.
Die Schwitzbäder der Russen, Japaner, Finnen und Indianer unterschieden sich damals von einander, jedoch hatten sie alle Eines miteinander gemein: Bei allen ging es auch schon damals um die Reinigung von Körper und Seele. Saunagänger gingen in die Sauna aus seeelischem und gesundheitlichen Aspekt. Für die Finnen war das Saunieren immer etwas Magisches und Heiliges. Die Sauna wurde zur jeder Gelegenheit genutzt. Sauniert wurde im alten Finnland zu einer Hochzeit ebenso wie zu der Geburt eines Kindes. In der Sauna wurden damals sogar Kranke geheilt. Auch heute noch ist in jedem Haus und jeder Wohnung in Finnland eine Sauna zu finden. Auf jeden vierten Einwohner kommt nach der Statistik eine Sauna. Man sauniert im privaten Kreis mit der Familie und mit Freunden, (hier allerdings, anders als in Deutschland, nach Geschlechtern getrennt). Und auch heute noch wird in der Sauna Kraft getankt , um danach den Realitäten wieder ins Auge blicken zu können. Die wohltuende Hitze beim Saunieren bringt uns zu uns selbst zurück.
In der Sauna finden wir zurück zu Identität , Sinn und Sinnlichkeit. Je anstrengender das Alltagsleben ist, desto wichtiger wird das Bedürfniss nach Entspannung und Erholung. Sauna und Wellness und Spa sind dabei ein wichtiges Thema, und auch Trend. So kommt es nicht von ungefähr, dass z.B. die Sauna auf allen Kontinenten der Welt so beliebt ist, auch wenn sich die Schwitzrituale und die Schwitzräume in den verschiedenen Ländern unterscheiden, (in Südamerika baute man Lehmhütten, bei den Indianern Schwitzzelte). Beim Saunieren können wir Leib und Seele gut zusammenfließen lassen und in der Saunahitze und der Abkühlung danach unseren Körper spüren. Das haben wir von den alten Finnen mit Ihrer holzbefeuerten Ur-Sauna gelernt, denn auch schon damals war die Sauna in erster Linie ein Genuss. Die Sauna wurde von den alten Finnen mit Seelenfrieden und Sinnesfreude assoziert, dem Wellnesstrend waren Sie damit Jahre voraus.
Heutzutage werden von den Architekten und Planern aus dem Bereich Bäderbau riesige Wellness und Saunaanlagen umgesetzt um den Bedarf der Privatkunden an Wellness, Sauna und Spa zu decken. Unterschiedliche Badekulturen aus der römischen Badekultur, dem türkischen Hamam oder der finnischen Sauna werden in „mulitkulturelle“ Bäder integriert. Schade ist nur, dass der Besucher häufig die Hintergründe nicht kennt und viele Schwitzkabinen einfach konsumiert werden, wie z.B. die Produkte eines Supermarktes.
Badekulturen sind aber im Sinne des heutigen Wellnessgedankens, „Hochkulturen“ gewesen, die zu studieren es sich lohnt. Sie haben sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt. Römische Bäder und türkische Hamams waren Orte der Hygiene und des sozialen Lebens, manchmal sogar der Fitness und der Massagen, der Kommunikation und der Kultur. Beim Studium der Geschichte kann man vieles für den heutigen Wellnessgedanken lernen.
Eines ist aber klar: die finnische Sauna hat in vielen Teilen der Welt eine zentrale Rolle eingenommen. Das trockene Schwitzen bringt viele Vorteile mit sich und Holzkabinen sind einfacher zu produzieren als Lehm oder Steinbauten. Das Holz reflektiert die Hitze zudem auf besondere Weise.
So verbreitet sich die Sauna heute auch in der Türkei, die früher nur Hamams kannte, oder sogar im arabischen Raum. Noch wenig allerdings in den USA, wo man die Infrarotkabinen bevorzugt und sich nicht gerne nackt Fremden zeigen möchte. Fernreisende Touristen finden Hotels mit Sauna heute in der ganzen Welt und so verbreitet sich die Wellnessidee wie auch die Sauna im Sinne der Globalisierung rund um den Planeten Erde. In vielerlei Hinsicht sind Wellnessanlagen in Deutschland und Österreich Vorbild für viele ausländische Architekten.
phillip wolter
Regelmäßigen Saunieren, aber richtig!
Der regelmäßige Saunabesuch ist gesundheitsfördernd und beugt unangenehmen Krankheiten vor.
Wer allerdings Fieber hat und im Bett liegen muss, sollte auf gar keinen Fall in die Sauna gehen, da sich dies eher negativ auf den Gesundheitszustand auswirkt. Grundsätzlich gilt, dass man bei Erkältungskrankheiten lieber nicht in die Sauna gehen sollte. Danach kann man wieder die Sauna aufsuchen und mit seinem Rhythmus fortfahren. Aber wie oft sollte der Saunafan, bzw. in welchen Abständen soll man denn in die Sauna gehen. Die positive Nachwirkung der Sauna hält ungefähr 8-10 Tage vor. Demnach nach kann man also alle 8-10 Tage in die Sauna gehen. Man kann natürlich auch öfter Saunieren, dazu muss man allerdings regelmäßig das Saunieren trainieren um entsprechend konditioniert zu sein. Hier nun einige weitere Tipps zum richtigen Saunieren. Gut ist es z.B. wenn Sie
Da die Reize der Sauna auf die Nierentätigkeit einwirken, sollte man vor dem Saunagang noch einmal auf Toilette gehen, damit man nicht während des Saunabadens noch mal aufstehen muss. Das würde die Saunazeremonie stören. Heiße Luft steigt immer nach oben, deshalb ist es in der Sauna auf den oberen Plätzen am heißesten. Saunaanfänger sollten deshalb bei den ersten Saunagängen die mittleren Bänke besetzen. Aus hygienischen Gründen sollte man beim Saunabaden sein Handtuch weit auf der Saunabank ausbreiten, damit der schwitzende Körper nicht das Saunaholz berührt. Empfehlenswert ist es, sich beim Saunieren auf den Rücken zu legen, sollte dies der Platz in der Kabine zu lassen. Zusätzlich wirkt ein Keil, den man unter den Kopf legt , entspannend und lockernd. Natürlich kann man anstatt sich hin zu legen auch sitzend saunieren. Damit auf den Körper eine einheitliche Wärmewirkung passieren kann, ist es wichtig dann auch die Beine an den Körper an zu winkeln. Erst beim Beenden des Saunagangs werden dann die Beine wieder aus gestreckt. Wenn es auf der oberen oder mittleren Saunabank zu heiß wird, (z.B. bei dem Durchführen eines Aufgusses), wechselt man auf eine tiefer liegende Saunabank, denn dort ist es kühler. Grundsätzlich gilt, das wenn die Hitze in der Sauna zu stark wird, die Sauna zu verlassen. Weitere Tipps zum Richtigen Saunieren finden Sie in unserem Archiv.
Zum Saunabad gehört die Abkühlung wie die Butter zum Brot. Gerade die Kombination aus Schwitzen und darauf folgender Abkühlung erzielt den gesundheitsfördernden Effekt. Deshalb ist es so wichtig, auch den Abkühlungvorgang vernünftig durchzuführen. Der Cooldown nach dem Saunabad sorgt für ein angenehmes Wohlgefühl, entspannt und weckt neue Kräfte in unserem Körper. Es ist also empfehlenswert, die Kaltanwendung nach dem Saunagang zu vollziehen, damit der volle Saunaeffekt auf uns einwirken kann. Abkühlen nach der Sauna kann man zum Beispiel gut an der freien Luft. Wichtig ist dann, sich in Bewegung zu halten, indem man zum Beispiel auf- und abgeht. Arme locker hängen und seitlich in aufrechtem Gang pendeln lassen. Mit kaltem Wasser aus dem Wasserschlauch wird sich dann abgekühlt. Zu Beachten ist dabei, das man immer eine bestimmte Richtung beibehält, nämlich mit dem Schlauch zum Herzen spült. Man beginnt bei dem Abkühlen mit dem Wasserschlauch bei den Füßen und führt dabei den Schlauch langsam aufwärts über die Beine zu den Leisten.
Dann kühlt man abwechselnd die Außen- und Innenfläche der Arme von den Händen bis zur Schulter. Wichtig dabei ist, dass die Abkühlung von den Außengliedmaßen „zum Herzen hin“ erfolgt.
Eine weitere Möglichkeit der Abkühlung nach der Sauna ist der Einstieg ins Tauchbecken. Diese Art des Cool-Downs ist allerdings nur für Saunatrainierte ohne Bluthochdruck geeignet. Beim Einstieg ins Tauchbecken ist ruhig durchzuatmen. 10 Sekunden Eintauchen reichen bereits aus, um den Cool-Down Effekt zu erreichen. Aus hygienischen Gründen sollten Sie vorher jedoch kurz duschen. Danach wirkt ein warmes, knöchelhohes Fußbad bei ungefähr 40 Grad Celsius, entspannend auf die Gefäße ein. Generell ist nach dem Saunagang genügend abzukühlen denn beim zu langen Nachschwitzen könnte man sich erkälten. Ein Sprung ins warme Schwimmbecken reicht als Abkühlung nach dem Saunieren nicht aus, und ist so auch keine adäquate Alternative zum Tauchbecken, dennn die Atemwege kühlen im Schwimmbecken nicht genügend ab, und der positive Effekt des Cool-Downs wird nicht erreicht. Beim Saunieren erweitern sich die Gefäße und deshalb sollten Raucher nach der Sauna mindestens 20 Minuten auf Ihre Zigarette verzichten, denn nach der Sauna werden Schadstoffe stärker aufgenommen. Grundsätzlich sollten Sie sich nach der Saunazeremonie eine ausgedehnte Ruhepause gönnen und zwar an nicht zu warmer Luft, denn das erhöht die Entspannung. Die Beine sollten Sie allerdings beim Nachruhen warm halten und am besten hochlegen. Vor dem Saunabesuch sollten sie reichlich Wasser zu sich nehmen, da sie während des Saunierens viel Flüssigkeit verlieren.
|