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aus "heiss+kalt" - dem Magazin für Wellness und Sauna , dem Printpedant zu www.saunasauna.de:


 

 

Da lächelt Sebastian Kneipp

Der Kurpark in Bad Wörishofen lockt mit neuem Gradierwerk und Ostheo-Walk

Es ist ein sonniger Sommerabend, als Manuela Stegmaier,Therapeutin im Kneippianum, von Sebstian Kneipp gegründet, mit mir durch den Kurpark spaziert und mir die dortigen Neuigkeiten zeigt.

Tief leuchtet das Laub in den Farben Grün und Gelb in der Abendsonne. Sie wirken so klar, fast möchte man einen Maler einladen, sie in Öl oder Acrylfarben umzusetzen. Die Bäume des Kurparks stehen altehrwürdig und verbreiten die Kraft und Tradition, die in ganz Wörishofen zu spüren ist. Es ist die Tradition der ersten Naturheilkunde der westlichen Welt, die Kneippsche Philosophie, die hier überall anzutreffen ist. Auch und gerade im Kurpark.

Ganz neu erbaut steht die Saline im Abendlicht. Drinnen ist es feucht und kühl, und man kann sich wie in eine Kirche zur gesundheitlichen Meditation zurückziehen. „Die Menschen treffen sich hier, drinnen sitzt man schweigend, während man draußen wie früher am Dorfbrunnen den abendlichen Plausch hält“, erzählt Manuela. Die Kurgäste träfen auf Wörishofener Bürger, man kenne sich. Die Kinder Celine und Vanessa spielen neben der Saline. „Ich war im Januar lange im Krankenhaus“, erzählt Vanessa, und seitdem habe sie Asthma. “Meine Ärztin hat gesagt, ich soll jeden Abend herkommen.“ Celine kommt mit, um ihre beste Freundin zu begleiten, aber nach dem Sport hat manchmal auch sie Atemprobleme. Gestern Abend fühlten die beiden sich besser nach dem Besuch hier, außerdem macht es ihnen sichtlich Spaß, hier herzukommen.

Die Bedeutung von Salz wird im Welless- und Präventionsbereich immer mehr erkannt. Es hilft bei Asthma und Bronchitis, wirkt aber auch bei Neurodermitis und Allergien positiv. „Wer das Salz-Erlebnis noch intensiver haben möchte, geht in die Salzgrotte im Zentrum Wörishofens“ berichtet Manuela. Dort atme man Himalaya-Salz ein, das besonders viele wertvolle Mineralien enthalte, und liege dabei bequem auf einer Liege.

Vanessa und Celine begleiten uns noch zum traditionellen Kneipp-Tretbecken, das hier nicht fehlen darf. Wie echte Profis gehen sie mit geübtem Storchen-Schritt durchs Becken, schließlich ist ihnen als echte Bad Wörishofener das Kneippsche Denken quasi in die Wiege gelegt.

Ein paar Schritte weiter finden wir den Ostheo-Walk, der gerade erst eingeweiht wurde. „An diesem Gerät kann man Muskel- und Knochenaufbau trainieren, das ist ganz neu“, erzählt die Therapeutin. Nach einem langen Arbeitstag erholt sie sich gerne hier im Park. Kein Wunder, denn das Kneippianum ist seit der Modernisierung gut ausgebucht. Seit 17 Jahren arbeitet sie bereits in der noch von Sebastian Kneipp gegründeten Klinik und hat die Umwandlung und Erweiterung durch den modernen SPA-Bereich begeistert mitgemacht. „Heute haben wir immer noch die klassischen Kurgäste und unsere Stammgäste, aber genauso Wellnessgäste aus den verschiedensten Lebensbereichen.“ Sogar aus dem Management-Bereich gebe es Gäste, die hier leger und unerkannt in Jeans ihren Wellnessbesuch genießen. Schließlich spiele bei der ganzen geschmackvollen Innenarchitektur nach der Renovierung das „Schicki-Micki“ vieler Wellnesshotels keine Rolle. Ich gebe ihr recht – es würde zum Kneippschen Gedanken einfach nicht passen. Dessen Philosophie stellte schließlich nicht nur die Naturheilkunde in den Vordergrund, sondern auch den sozialen Gedanken. Ob arm oder reich – Sebastian Kneipp behandelte alle Patienten mit der gleichen Leidenschaft.

In Bad Wörishofen wird Medical Wellness kompetent umgesetzt, was bei den alten Traditionen und dem balneologischen Know-how eine Leichtigkeit ist. Hier gibt es keine Rosenbäder, die für teures Geld an die Gäste verkauft werden und dabei lediglich gut duften. Die Kneippschen Anwendungen wurden jahrzehntelang wissenschaftlich untersucht und die Nachhaltigkeit ihrer Wirkung bewiesen. Heute werden sie durch Wellness-Anwendungen unterstützt. Die Kuraufenthalte in Bad Wörishofen ranken sich um die fünf Säulen Kneipps – Wasser – Bewegung – Ernährung – Kräuter – Einklang mit sich selbst – so auch im Kneippianum. „Ob bei Atemwegs-, Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen oder Herz- und Kreislaufbeschwerden – durch Bäder, Güsse und Packungen wird das Immunsystem stimuliert“ erklärt Manuela die Wirkungsweise. 

Die Sonne steht schon tief, als wir im Kräutergarten ankommen. „Kneipp hat sich intensiv mit der Wirkung von Kräutern als Naturheilmittel befasst und diesen Garten angelegt“. Gemeinsam atmen wir die Düfte des Kräutergartens ein. „Die Macht der Düfte“ heißt es auf einer der Tafeln. Die Sträucher werfen lange Schatten und schon wirkt der Garten wie ein Kräuter-Märchenland. Doch schnell, wie in diesem Sommer üblich, ziehen dunkle Wolken auf. Ich verabschiede Manuela und fliehe in den SPA-Bereich des Kneippianums. Dieser tröstet über so manches Wetter hinweg mit Schwimmbad, Sauna und edlem Design. Sauna und Kneipp sind seit jeher verwandt: Für Saunafreunde ist ein kalter Schlauchguss wohlbekannt, auch sind ihnen die Säule der Wasser-Anwendungen und Heiß-kalt-Wechsel vertraut.

Von meinem Balkon im Kneippianum aus sehe ich die Saline und kleine Grüppchen im Garten sitzen, auf den Regen wartend. Sebastian Kneipp – als Büste auf einer Säule – schaut ihnen beim Plaudern zu. Fast glaubt man, die Freude in seinem Lächeln zu sehen: die Freude darüber, dass seine Philosophie rund um die Welt gegangen ist und nun im Sinne von Wellness als ganzheitliche Naturheilkunde neu entdeckt wird.

 

 

 
 
 
 
 
     
 
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